Ja, man muss Rilke sicherlich auch still lesen: Aber... in Monets wunderbaren Gärten und zu Debussys 'Faun' liest sich sein Buch der Bilder auch eindringlich, wie ich finde. Hier: ~Aus einem April~ (aus dem Ersten Buche, erster Teil), 1902.
Bilder: Claude Monet
Rainer Maria Rilke
Aus: Buch der Bilder, des ersten Buches erster Teil
Aus einem April
Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war,-
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtende an fernen Häuserfronten
all die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.
Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.
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