AM III, 127 Alexandra-Marsch von Alwin Peschke. Name nach dem 2. Garde Dragoner Regiment.
Besonders trefflich wurde das Schaffen des Stabstrompeters Alwin Peschke (*1869, +1929), der 17jährig bei den krapproten Blücher-Husaren Nr. 5 in Stolp/Pommern eingetreten war und schon nach 3 ½ Jahren wegen bester Leistungen zur königlichen Hochschule für Musik nach Berlin kommandiert wurde. Mit 23 Jahren (am 4.April 1893) war er bereits Stabstrompeter der 7. Dragoner in Saarbrücken und konnte im Mai 1900 zum 2. Garde-Dragoner-Regiment nach Berlin hinüberwechseln.
Die Berliner hatten schnell heraus, daβ dieser Stabstrompeter "anders" war als die übrigen Garde-Kapellmeister. Peschke war ein ausgezeichneter Piston-Bläser. Sein Trompeterkorps trat auch als Gesangchor auf. Seine Kompositionen wurden bekannt (in der Gema war er nicht). Seinem Kommandeur ab 1904 widmete er die Graf Roedern-Fanfare, seinem Kommandeur ab 1914 den Trabmarsch Graf Geβler. 1906 publizierte Peschke einen beachtlichen Band mit 40 Fanfarenmärschen und Feldstücken verschiedener Komponisten, auch eigenen, dazu 6 Lieder für Männerchöre. Damit wollte er die Zeit im Felde berücksichtigen, in der die Trompeter nur Signaltrompeten mitführen würden. Allerhöchste Belobigung erhielt sein Alexandra-Marsch mit der russischen Zarenhymne im Trio. Seit 1896 war die Kaiserin Alexandra von Ruβland Chef des Regiments, das ihren Namenszug auf den Schulterklappen trug. Kaiser Wilhelm II. bestimmte die Komposition 1912 sofort dem Regiment (Garde-Dragoner-Regiment Kaiserin Alexandra von Rußland Nr. 2) zum Präsentieren und lieβ sie als AM III, 127 einreihen. Zwei Jahre später wurde er nicht mehr geblasen. Der 1. Weltkrieg began. Russische Truppen fielen in Ostpreuβen ein und verwüsteten es. Zar und Zarin waren machtlos gegenüber den zum Kampf hetzenden Parteien.
Joachim Toeche-Mittler (1906-1996)
Ja, die Zarenhymne ist schön. :)
Kimi2131 1 month ago