Robert Schumann (1810-1856)
Kennst du das Land / Connais-tu le pays / Do you know the land
(from Lieder und Gesänge aus "Wilhelm Meister" by Goethe, op. 98a, n°1)
Lieder et airs d'après/Songs and Airs after "W.Meister"
Margaret Price, soprano.
Thomas Dewey, piano.
1995.
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.
Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach.
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl?
Dahin! dahin
Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.
Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg;
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut!
Kennst du ihn wohl?
Dahin! dahin
Geht unser Weg! O Vater, laß uns ziehn!
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texte en français: http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=47079
text in english: http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=52398
der Text ist schön
yuehchopin 1 year ago
Wunderbar: das Sehnen auf der Ebene der Realität - und (im Gegensatz dazu) die Utopie. Ich werde wohl nie verstehen, warum der Appell eigentlich ja dem Vater gilt. Für mich hat diese Vision fast mystisch-religiöse Züge: versagt der Mensch/Mann im Hier und Jetzt, dann muss (Gott-?) Vater die letzte Rettung sein?Nun, ich hoffe, dass mir die Realität doch noch zu annähernden Erfüllung bescheidenerer Wünsche verhelfen wird. Das Land, in dem die Zitronen blühen, muss es wirklich nicht sein :)
Memale2009 1 year ago