Flugblatt und Bilder von Alice Miller
Konzeption und Sprecherin: Katharina Micada
Flugblatt Text:
Klapse für Säuglinge
Einige Gedanken über die Folgen
Warum sind die angeblich harmlosen Klapse schädlich?
1.Sie bringen dem Kind Gewalt bei.
2.Sie zerstören beim Säugling und Kleinkind die unersetzbare Sicherheit, geliebt zu sein.
3.Sie erzeugen Ängste: Die Erwartung der nächsten Strafe.
4.Sie erhalten eine Lüge aufrecht, indem sie angeben, erzieherisch zu wirken, doch im Grunde strafen die Eltern nur, weil sie als Kinder selbst geschlagen wurden.
5.Sie provozieren Ärger und den Wunsch nach Rache, der zunächst unterdrückt wird, um viel später seinen destruktiven Ausdruck zu finden.
6.Sie programmieren das Kind, unlogische Argumente zu akzeptieren (wenn ich dir weh tue, geschieht es zu deinem Besten) und den Schmerz der Demütigung als nicht schmerzhaft zu registrieren.
7.Sie zerstören die Sensibilität und das Mitgefühl für andere und für sich selbst, und so entgeht ihnen die Möglichkeit, innerlich zu wachsen.
Welche Botschaften werden dem Kind durch Schläge vermittelt?
1.Daß ein Kind keinen Respekt vediene.
2.Daß das Quälen einen guten Sinn haben könne (was grundsätzlich falsch ist, denn die erfahrene Qual lehrt das Kind andere zu quälen).
3.Daß der eigene Schmerz nicht gefühlt werden dürfe (er muß ignoriert werden, was gefährlich für das Immunsystem ist).
4.Daß Gewalttätigkeit mit Liebe vereinbar sei (die Wurzel von Perversion).
5.Daß das Verleugnen von Gefühlen gesund sei (der Körper bezahlt den Preis für diesen Fehler oftmals viel später).
Wie wird unterdrückter Ärger üblicherweise ausgelebt?
In der Kindheit und Adoleszenz:
1.Durch Verspotten von Schwächeren.
2.Durch Angriffe auf Klassenkameraden.
3.Durch das Schikanieren von Lehrern.
4.Durch die Identifizierung mit gewalttätigen Helden im Fernsehen und in Videospielen (Kinder, die niemals geschlagen wurden, werden als Erwachsene keine gewalttätigen Filme produzieren).
Im Erwachsenenalter:
1.Durch das Weitergeben von Prügeln an die nächste Generation, das fälschlicherweise als effektives erzieherisches Mittel dringend empfohlen wird.
2.Durch die Weigerung, den Zusammenhang zwischen der früher erfahrenen Gewalt und der heutigen aktiv wiederholten Gewalt zu verstehen. Die Ignoranz der Gesellschaft trägt mit dazu bei.
3.Durch legale destruktive Aktivitäten.
4.Durch die Bereitschaft, jeder Autorität wie z.B. Hitler, Stalin, Mao und anderen, kritiklos und eifrig zu folgen, die an den Erziehungsstil der eigenen Eltern erinnert und Sündenböcke für die aufgestauten Emotionen anbietet.
Manche Eltern werden sich der Unterdrückung und der universellen Verleugnung des Kindheitsleidens bewusst. Sie realisieren, dass Gewalt von Eltern auf Kinder übertragen wird und möchten ihre Kinder nicht mehr schlagen. Viele haben damit Erfolg, sobald sie verstanden haben, dass die Gründe der „erzieherischen Gewalt in ihrer eigenen Geschichte verborgen blieben.
www.alice-miller.com
© 2008 Alice Miller
alice miller beschreibt das alles schon sehr gut, aber ich finde, arno gruen beschreibt es noch besser. er betont, dass die erkenntnis allein noch keine heilung bewirkt. nur das oft wiederholte fühlen des erlebten schmerzes heilt.
DifferenceBetweenSex 2 years ago
Exakt das schreibt auch Alice Miller in ihren Büchern.
UnsereKindheit 2 years ago
das stimmt, allerdings weicht sie davon immer wieder ab. bei einigen von ihr genannten beispielen heißt es am schluss: "soundso hat mittlerweile erkannt, dass die ursache für ihre probleme in ihrer lieblosen kindheit liegt. sie hat es dadurch geschafft, sich von demunddem zu lösen und ein glückliches leben zu führen."
und so etwas ist einfach blödsinn.
der prozess, der die heilung bewirkt, ist schmerzhaft, langwierig und anstrengend. es geht nicht einfach nur durch die erkenntnis.
DifferenceBetweenSex 2 years ago 2
Hallo DifferencebetweenSex,
ich denke, daß du da etwas mißverstanden ist. gerade Alice Miller plädiert dafür, daß das reine Erkennen der Wahrheit der Kindheit nicht ausreicht. Erst durch das Fühlen der Schmerzen der Kindheit kann die Heilung stattfinden. Das betont sie in vielen Antworten auf Leserbriefe und natürlich auch in ihren Büchern. Lies selbst.
UnsereKindheit 2 years ago