Das neuste Projekt, Christoph Draegers Kuhlabyrinth, ist eine vereinfachte Version des Labyrinths aus dem Film The Shining. Auch Draeger, heute vor allem in New York wohnhaft, ist auf dem Lande aufgewachsen. Er erinnert sich, wie er morgens oft vom Klang der Kuhglocken vor dem Fenster geweckt wurde. Kino gab es im Praettigau damals kaum, aber The Shining wurde 1980 in der Schule vorgeführt: eine traumatische Erfahrung für den damals 15-jährigen Teenager. Seine Installation ist ebenso Hommage als auch Verarbeitung, und assoziert komplexe psychologische Vorgänge, die sich im Spannungsfeld von Idylle und Isolation des Landlebens ansiedeln. Wenn nur die beiden Stiere auf der Weide sind, lässt sich eine die weitere Assoziation herstellen, nämlich zum Labyrinth des Minotaurus aus der griechischen Mythologie. In beiden Fällen konstrastiert der friedliche Eindruck der grasenden Kühe mit der blutigen und grausamen Geschichte, die dahintersteckt. Kein Wunder, denn Draeger ist in der Kunstwelt vor allem für seine Katastropheninszenierungen bekannt.
unglaublich wie gekonnt die kühe ihren weg finden und ins labyrinth gehen, obwohl daneben eine grosse weidefläche zugänglich ist. das frischere gras lockt wohl.
unersättlich, wie der mensch?!
0swish0 2 years ago