Die Götter müssen verrückt sein! Respektlos durch den Kakao gezogen wird die griechische Mythologie in Offenbachs frecher Variante des „Orpheus"-Stoffes. Orpheus, Geiger, Sänger und fader Musikbeamter, ist nämlich in dieser Fassung seiner Gattin Eurydike überdrüssig. Diese ihrerseits ist genervt von seinem Gefiedel. Passenderweise hat Pluto, Herr der Unterwelt, ein Auge auf die unausgelastete Ehefrau geworfen und sorgt für ihr Ableben. Orpheus Freude darüber wird rasch gedämpft, da die Öffentliche Meinung ihn zwingt, ganz oben um Hilfe zu bitten: im Olymp. Dort trifft der bigotte Barde auf eine dekadente Bagage von Göttern, die sich zu Tode langweilen würden, wären sie nicht unsterblich. Gemeinsam bricht man in die Unterwelt auf. Doch Göttervater Jupiter vergisst (wie so oft) libidogesteuert jegliche Contenance und umbalzt Eurydike lieber selbst in Gestalt einer Stubenfliege...
Nachdem Offenbach ab 1855 endlich sein eigenes Theater in Paris hatte, schuf er Dutzende von Einaktern, die er „opérettes (kleine Opern, „Öperchen) nannte. Mit „Orpheus in der Unterwelt gelang ihm 1858 sein endgültiger Durchbruch und die Erfindung der abendfüllenden Operette. Hector Crémieux verfasste ihm freche Dialoge, Ludovic Halévy pfiffige Gesangstexte, und Offenbach selbst schrieb verschmitzte, doppelbödige Musik sein Unterwelt-Galopp ist unter dem Namen "Cancan" bis heute weltberühmt.
Das Bett habe ich in ,,mini´´
jokestar999 1 year ago
Dieses Bett habe ich bei der BAckstage Führung gesehen :)
WTWfangirly 2 years ago