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Bernhard Prinz - Tasteparade - SuperStarMarket - Popsurrealismus

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Uploaded by on Dec 22, 2009

Ausstellung "Der grosse Prinz" 2009 bis 2010 in München - www.Bernhard-Prinz.de
Bernhard Prinz setzt sich mit seinem Gemälde „Tasteparade auf überspitzte und sarkastische Weise mit diesem Thema auseinander. Auf seinem Bild prangen die Schönen und Reichen, die Verrückten und die, die durch Äußerlichkeiten, grenzwertiges Verhalten und provozierende Äußerungen ins Rampenlicht geraten sind. Sie sind Synonyme für unsere heutige Gesellschaft, menschliche Hüllen, die die oft sinnfreie und von Gier getriebene Existenz wiederspiegeln, Personen, mit denen wir uns aufgrund ihrer Unangepasstheit und ihrer Gegenwehr gegen das Normale verbunden fühlen. Und die uns gleichzeitig abstoßen.
Bernhard Prinz spielt mit den Kontrasten. Nein, die meisten von uns sind nicht berühmt, reich oder unsagbar schön; sind wir deshalb weniger wert?
Die Medienwelt gaukelt uns eine Welt voller Glück, Geld und Harmonievor der Blick hinter die Kulissen verrät dann jedoch oft ganz an-deres. Auch hier bröckeln die Fassaden, auch hier gibt es Sorgen und Probleme, auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Hinter den Kulissen dargestellt durch einen Supermarkt sind auch die von den Medien in den Himmel gehobenen Personen ganz normale Menschen. Und vielleicht sind sie sogar so „normal, dass wir sie um ihren Status gar nicht beneiden müssen. Denn wir brauchen keinen rund um die Uhr über uns wachenden Hausarzt, symbolisiert durch Michael Jackson, der sich eine „Dr. House-DVD kauft; wir brauchen keine ständige Präsenz in den Medien wie Paris Hilton, um uns unseres Wertes bewusst zu werden; wir brauchen kein ständig zwanghaftes Wieder-Aufkochen unserer angeblichen Talente, um in regelmäßigen Abständen als Gesprächsthema in den Klatschspalten der Zeitungen aufzutauchen, wie es ein im Notfall für Billigketten designender Modemacher benötigt. Discounter-Schlappen von Karl Lagerfeld? Ein Statussymbol?
Kontraste entstehen durch die augenscheinlich willkürliche Gegenüberstellung von Exzentrikern doch genau diese Personen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören, zeigen, dass wir uns im Grunde alle sehr ähnlich sind.
Aufgespritzte Lippen, auf Jugendlichkeit getrimmte Körper, realitätsfremdes Auftreten die Skurrilität nimmt in der heutigen Zeit oft ungeahnte Ausmaße an. Vielleicht auch deshalb sehen wir auf der Komposition von Bernhard Prinz einen verklärt blickenden Damian Hirst, der mit seinem Kunstwerk „The Diamond Skull in der Warteschlange des Supermarktes steht; einen Mann, der zusammen mit einem Konsortium seine eigene Kunst ersteigert hat, um sie durch den erzielten Preis selbst in den Kunsthimmel zu katapultieren.
Aber auch hier stellt Bernhard Prinz den Widerklang der Gesellschaft dar: während der eine als Künstler und Denker gefeiert wird, werden ähnlich kreative Menschen wie Regisseur Tim Burton in Schubladen gepresst, die mit Kunst relativ wenig zu tun haben. Obgleich beide eigentlich so viel verbindet der eine, der seinen mit Diamanten besetzen Totenschädel als große, innovative Kunst verkauft, der andere, der mit seinen Filmen, seinem Ideenreichtum und seiner Abgedrehtheit genauso ins Schwarze des Kunstgedankens trifft wie ein Hirst-Skull; zwei so unterschiedliche Menschen, die beide die Ästhetik des Morbiden in ihren Werken zelebrieren. Ein Luftballon mit siamesischem Zwillings-Skelett im Schaufenster weist auf die Symbiose dieser auf den ersten Eindruck so unterschiedlichen Kunstformen hin.
Schubladen sind Bernhard Prinz ein Dorn im Auge jeder sollte so beurteilt werden, wie er es verdient. Und genau deshalb versammeln sich auf seinem Bild eine Vielzahl an Exzentrikern, an „Verrückten, an Spinnern und Abgedrehten jeder ist etwas Besonderes, etwas Einzigartiges, etwas Eigenständiges. Es ist eine Parade der Einzelgänger, der Unangepassten und gegen die Normen Aufbegehrenden. Und doch sind sie so wie wir einfach nur Menschen. Erlegen lediglich ihren Eitelkeiten, eingesogen von dem süßen Duft des Ruhmes, süchtig nach zweifelhafter Gefälligkeit.
„Ich will so sein wie Du singt King Louis im Film „Das Dschungelbuch und tituliert damit genau das, was Bernhard Prinz uns mit seinem Bild sagen will: Berühmtheiten, die sich in die Normalität zurücksehen, Menschen wie Du und ich, die nach Größerem streben.
Fleischfetzen hängen im Schaufenster; Symbole für die in den Medien nötige Nacktheit nicht nur äußerlich wird diese geradezu unmenschlich vermarktet. Auch das seelische Blank-Ziehen vor Paparazzi, Fernsehteams und Klatschzeitungen wird hiermit treffend versinnbildlicht.
Wir stehen draußen, befremdet und gleichzeitig fasziniert, blicken neugierig, angewidert und geblendet zugleich durch das Schaufensterauf eine leuchtend aufpolierte Scheinwelt. Wir sehen die durch die Medien getriebene Sau, die später geschlachtet wird auf dem Gemälde des Künstlers ist sie mit „Hello Kitty und „Love tätowiert.

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