Film in voller Länge: http://vimeo.com/5425768
Hier der Abschlussfilm der Zehnerklassen im Jahr 2009, als offizielle Fassung.
Der nächste und technisch gesehen letzte Tag in Berlin war einem der dunkelsten Kapitel der Stadt gewidmet und wurde folglich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet. Das ehemalige Staatssicherheitsigefängnis Hohenschönhausen, die wohl berühmteste Haftanstalt, die heute als Machtinstrument der kommunistischen DDR bekannt ist stand auf dem Programm. Qualen, Folter und psychische Torturen wurden hier vor nicht allzu langer Zeit vollkommen unschuldigen Menschen angetan, was uns in all seiner Eindringlichkeit und Ernsthaftigkeit von dem Gruppenführer, welcher vor einigen Jahren ebenfalls ein Häftling in diesem Gebäude gewesen war näher gebracht wurde. Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen die Zellen von innen zu sehen und wahrheitsgetreuen Geschichten aus Haften zu lauschen, wobei es den meisten Schülern im Nachhinein mehr als Recht gewesen zu sein schien, nach der Führung endlich wieder nach Draußen und in die strahlende Sonne treten zu können, wobei es beinahe schon zynisch erschien, dass uns auch jetzt wieder die „Freiheit geboten wurde, die Stadt auf eigene Faust unsicher zu machen, indem wir mit den U-Bahnen an verschiedenste Orte fahren konnten. Dabei schien es jedoch den meisten Schülern jedoch egal zu sein, ob sie sich im Ost- oder Westteil der Stadt aufhielten. Um nun den letzten Tag in einer der großartigsten Städte Deutschlands ausklingen zu lassen, hatten sich die Veranstalter der Fahrt etwas ganz besonderes ausgedacht. Bei vollkommener Dunkelheit und einer schlafenden Stadt, durften alle Schüler ein letztes Mal ihren Blick über die nächtlichen Fassaden des Reichstages, des Paul-Löbe-Hauses und vielen anderen Highlights der Stadt schweifen lassen, während sie auf einem Schiff die Spree hinunterfuhren. Diesem imposanten Eindruck wahrlich erlegen, war dann der Missmut im Bezug auf die bevorstehende Abreise natürlich umso größer. Was trotz unseres Aufbruches jedoch dauerhaft blieb, waren die gemeinsamen Erlebnisse, die gewonnenen Erfahrungen und die Erinnerungen an eine großartige Reise und der Sicherheit diese auch bei zukünftigen Ereignissen zusammen mit den Klassenkameraden und Personen aus den Parallelklassen zu sammeln.
Respekt. Sehr guter Cut, passende, komplementäre Musik nach der ungeschriebenen Regel "weniger ist mehr". Der berichtende Text ist auch gut, nur schade um die Aufnahmequalität.
Rodoaker07 2 years ago