Das Video entstand zu Beginn der Probenarbeiten zu dem Stück "Der Prozeß" nach Franz Kafka und zeigt die Szene
DAS ENDE I: Anna lernt Alex kennen. Nachdem sie ihre Schüchternheit überwunden und seinem Werben nachgegeben hat, ist er für sie die große Liebe. Alex hingegen liebt alle Frauen.
In meiner Bearbeitung des Kafka Stückes „Der Prozeß geht es um eine große, tief empfundene Liebe, die in Verrat und bitterer Enttäuschung endet. Dieses Ende stürzt meine Protagonistin Anna in unüberwindbare Hoffnungslosigkeit, an der sie schließlich zerbricht. Kafkas skurrile, rätselhafte und groteske Erzählwelt trifft auf das Thema Liebe. Können scheinbar völlig unvereinbare Inhalte überhaupt miteinander in Verbindung stehen, einen Bezug zueinander entwickeln? Steht das Element der Liebe nicht zu konträr zur Welt der Kafka-Erzählungen? Oder ist Liebe vielleicht nur eine Synthese aller kafkaesken Bausteine?
Ausgangspunkt meiner Arbeit ist die psychologische Deutung des Kafka Stückes. Der Prozeß, der bei Kafka nicht wirklich greifbar erscheint, wird zu einem innerpsychologischen Vorgang meiner Protagonistin Anna. Ihr reflektorisches „Ich, das unerbittliche Stringenz zeigt, treibt Anna letztendlich auf tragische Weise in den Tod.
Obwohl sich Anna zu Beginn vehement gegen ihre Erkenntnis wehrt, unterwirft sie sich ihr am Ende in ähnlicher Weise wie Kafkas Protagonist.
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