Die Legende von Paul und Paula ist der Titel eines der erfolgreichsten in der DDR gedrehten Spielfilme. Er entstand im DEFA-Studio für Spielfilme, Herstellungsgruppe Babelsberg, dem heutigen Studio Babelsberg. Die Regie führte Heiner Carow nach dem Drehbuch von Ulrich Plenzdorf (zugleich DEFA-Dramaturg).
Die Verfilmung von Heiner Carow aus dem Jahr 1973 war mit etwa 3 Millionen Zuschauern ein Kassenschlager. Dabei drohte ursprünglich ein Aufführungsverbot, bis Erich Honecker persönlich entschied, den Film freizugeben, da er in „Paul und Paula" einen Film speziell für junge Menschen sah. Die Hauptdarsteller Angelica Domröse (Paula) und Winfried Glatzeder (Paul) verkörpern den romantischen Versuch, persönliches Glück im Leben durch die Hingabe zur Liebe und die Aufgabe von missglückten Versuchen zu finden, um doch daran zu scheitern. Dies ließ metaphorische Bezüge zu, die anfangs Kritik erzeugten.
Die Regisseurin Ingrid Reschke war anfänglich an den Arbeiten zum Drehbuch beteiligt.
Der Film verhalf auch den Puhdys zum Durchbruch. Komponist Peter Gotthardt hatte die damals unbekannte Band entdeckt und für die Interpretation der Filmmusik gewonnen. Die von Gotthardt komponierten Filmsongs „Geh zu ihr" und „Wenn ein Mensch lebt" wurden zu den ersten Hits der Band. Die Texte schrieb Ulrich Plenzdorf unter Verwendung von Versen aus dem Alten Testament, speziell aus den Büchern Hohes Lied und Prediger (Kohelet).
Im Beiheft einer nach der Wende erschienenen CD mit der Filmmusik schrieb Gotthardt, es habe ein reales Vorbild für Paul gegeben: einen jungen persönlichen Referenten eines SED-Funktionärs, der beim mysteriösen Attentat auf Werner Lamberz (sic) ums Leben kam. Offensichtlich gemeint ist Paul Markowski.
Die Bühnenfassung von „Paul und Paula" wurde 1979 vor der Premiere abgesetzt.
Auf der Grundlage des erfolgreichen Drehbuches veröffentlichte Plenzdorf 1979 den Roman Die Legende vom Glück ohne Ende, der neben dem Inhalt des Films eine Fortsetzung des Stoffes beinhaltet: Nach Paulas Tod trifft Paul Laura, die Paula zum Verwechseln ähnlich sieht. Sie hilft ihm, seine Depression zu überwinden, aber glücklich werden die beiden nicht.
Ludger Vollmer komponierte die Oper „Paul und Paula oder die Legende vom Glück ohne Ende" nach der Buchvorlage. Sie endet nicht mit dem Tode Paulas, sondern nimmt auch Bezug auf den zweiten Teil des Buches. Die Uraufführung des Werkes fand 2004 am Theater Nordhausen statt. In den Titelpartien waren Bariton Thomas Kohl als Paul und Mezzosopranistin Anja Daniela Wagner als Paula/Laura zu sehen.
Winfried Glazender von Gotenhafen , Super .
adelrat 2 months ago