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Clara-Grunwald-Grundschule/Berlin, Aktionstag am 6.4.2011

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Uploaded by on Apr 6, 2011

Berlin, 06. April 2011
7 gute Gründe für unseren Protest
1. Unsere Schulleiterin kündigt ihren Job -- und keiner will ihn haben.
Kurz vor ihrer Pensionierung legt Regina Arlt, langjährige Schulleiterin der Kreuzberger Clara-Grunwald-Grundschule, ihr Amt als Direktorin nieder und lässt sich in den Rang einer normalen Lehrkraft zurückstufen. Sie kann die derzeitigen Arbeitsbedingungen nicht mehr mit ihrem pädagogischen Qualitätsanspruch in Einklang bringen und möchte ein schulpolitisches Zeichen setzen.

2. Geisterplaner in der Schulverwaltung.
Die Clara-Grunwald-Schule gilt seit ihrer Gründung vor 20 Jahren als Modell¬schule für den jahrgangsübergreifenden Unterricht -- jetzt hat ihr die Schulver¬waltung den Status einer "Schule besonderer pädagogischer Prägung" heimlich aberkannt. Nur durch Zufall erfährt die Schulleiterin, dass durch Verordnung vom 26. Januar 2011 dieser Status für ihre Schule aufgehoben wurde. Damit ändern sich aber so elementare Punkte wie z.B. die Aufnahmekriterien für Erstklässler wie auch die Leistungsbeurteilungen der Schüler (an der Clara-Grunwald-Grundschule gibt es bis einschließlich Klasse 4 keine Noten, sondern verbale Beurteilungen und Elterngespräche). Die Schulaufsicht ist über die Verordnung genau so überrascht wie die Schule. Nach der verantwortlichen Stelle innerhalb der Schulverwaltung wird nach wie vor gesucht ...

3. Bürokratie erstickt Reformpädagogik.
Senator Zöllners Reformpaket schicken wir postwendend zurück. Denn da gibt es unter Hochglanz¬papier nichts Gutes für uns auszupacken. Vielmehr sollen wir mit unseren bewährten Reformideen eingewickelt werden. Zunehmende Stundenkürzungen und überbordende Bürokratie ersticken zukunftsweisende Konzepte. Die Arbeit unserer viel beachteten Montessori-Grundschule ist existentiell bedroht.

4. Viele Kinder und immer weniger Lehrer.
Im Schuljahr 2000 / 2001 konnte die Clara-Grunwald-Grundschule mit insge¬samt 632 Lehrerstunden arbeiten. Zehn Jahre später sind davon -- bei nahezu identischer Schülerzahl -- noch 476 übrig. Fast ein Viertel wurde ersatzlos gestrichen. Wenn wir so weiter machen, geht die letzte Lehrkraft in rund 30 Jahren, errechnet Gesamtelternvorstand Nuri Khadem.
Senator Zöllner (2008): „Ich gehe davon aus, dass alle Schulen 100 Prozent der nötigen personellen Ausstattung haben". Das wundert wenig, wenn die "nötigen 100 Prozent" jährlich neu festgelegt werden und dabei jedes Mal ein wenig niedriger ausfallen ...
5. Sprachförderung und Integration --
der Schulsenat lebt in einer Scheinwelt.
In den letzten zehn Jahren wurden die Sprachförderstunden für Kinder nichtdeutscher Herkunft an der Kreuzberger Clara-Grunwald-Schule um die Hälfte gekürzt. Und auch die Integrationsstunden, also sonderpädagogische Zusatzstunden, sind von vier bis fünf Stunden pro Kind mit anerkanntem Integrationsstatus inzwischen auf maximal 2,5 Stunden herunter gefahren worden. Leider hat sich aber der Bedarf kein bisschen verringert -- im Gegenteil. Deshalb müssen wir annehmen, dass der Schulsenat und wir in getrennten Welten leben müssen. Anders können wir uns seine Entscheidungs-Logik nicht mehr erklären.

6. Rentner und Hilfslehrer im Stellenpool.
Dass nun alle zufrieden sind, wünscht sich der Schulsenator. Aber wir müssen uns wohl noch eine Weile ärgern, zum Beispiel über den Stellenpool, der bis auf RentnerInnen und HilfslehrerInnen fast leer ist. Zumindest unsere Schule hat nicht genügend ausgebildetes Personal -- 100% Personalausstattung sind zu wenig, um immer und jeden Tag Unterrichtsausfälle zu vermeiden. Zum Mangel kommt Unberechenbarkeit: Wir werden im laufenden Schuljahr von Fehlberech¬nungen der Schulverwaltung überrascht, die uns unverschuldet vor massive Probleme stellen. Und wir fragen uns, warum eine Schulleiterin so häufig am Ende eines Schuljahres nicht weiß, mit wie vielen LehrerInnen sie im nächsten Schuljahr an den Start geht.

7. Wir warten auf eine Antwort, Herr Zöllner.
Den Protestbrief unserer LehrerInnen vom Januar 2011 haben Sie nach wie vor nicht beantwortet. Und auch nach einem Gesprächstermin haben SchülerInnen und Eltern bislang vergeblich gefragt. Deshalb kommen wir heute ohne Einladung. Den Brief bringen wir Ihnen in XXL noch einmal mit.

Und von Ihnen sind wir nach den Punkten 1 bis 6 nun siebtens auch noch persönlich mehr als enttäuscht.

Die empörten SchülerInnen und Eltern
der Kreuzberger Clara-Grunwald-Grundschule.

Kamera und Schnitt: Holger Wegemann

Category:

Education

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Uploader Comments (Caputhcops)

  • fight for your rights! Vielen Dank Caputhcops

  • @TheKuhleWampe I fight! Bitte!

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All Comments (4)

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  • wäre toll, wenn die da oben mal anfangen zu denken und zu

    handeln, auch wenn unsere kinder erst in zukunft wählen!

  • Hallo Caputhcops! Vielen Dank für dieses Video! Toll gefilmt, gut geschnitten, die Musik dazu passt auch, informativ ist es und soooo schnell bereitgestellt: Dickes Lob und nochmals danke von einer beteiligten Grunwaldianerin

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