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John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen

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Uploaded by on Jun 10, 2010

Der ehemalige Bankdirektor John Gabriel Borkmann hatte sich einst mit den Einlagen seiner Kunden verspekuliert: Mit den für die Gründung von Aktiengesellschaften zweckentfremdeten Geldern wollte er Wohlstand für alle verwirklichen. Doch der aus Eifersucht begangene Verrat eines Geschäftsfreundes brachte die Blase zum Platzen und Borkmann für acht Jahre, die Untersuchungshaft eingerechnet, hinter Gitter. Weitere acht Jahre sitzt er nun schon im selbstgewählten Stubenarrest, verbittert über das vermeintliche, an ihm begangene Unrecht und getrennt von seiner im gleichen Haus lebenden Frau Gunhild.
An einem Winterabend kommt zum ersten Mal nach seiner Haftentlassung Gunhilds Zwillingsschwester Ella zu Besuch. Mit ihrer Ankunft wird eine Geschichte jahrzehntelang verdrängter Schuld lebendig, die Borkmann und die beiden Schwestern aneinander kettet.
Gunhild und Ella waren einst in Borkmann verliebt. Dieser entschied sich aus Karrieregründen für die ungeliebte Gunhild und bekam mit ihr einen Sohn, Erhart. Als Borkmann verurteilt wurde und seine Familie vor dem Ruin stand, sorgte Ella für deren Unterhalt und übernahm die Fürsorgepflicht für Erhart. Nun aber will Gunhild den an Ella verlorenen Sohn für ihre „Mission" zurückgewinnen: Sein beruflicher Erfolg soll ihn vom Makel des Vaters befreien und ihr zur Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft verhelfen. Zu später Stunde, als der lang erwartete Sohn endlich im Hause Borkmanns eintrifft, eskalieren die konkurrierenden Ansprüche an ihn. Doch das Blut, das ihm von allen Seiten ausgesogen werden soll, pulst längst für eine andere: für die acht Jahre ältere Fanny Wilton, mit der er noch in dieser Nacht dem Spukhaus entflieht. Sie lassen „zwei Schatten über dem toten Mann" zurück -- den an „Herzenskälte" gestorbenen Borkmann und die beiden Schwestern, die sich über der Leiche miteinander versöhnen.
Henrik Ibsens Credo, „Dichten heißt Gerichtstag halten", gelangt in diesem 1896 geschriebenen Spätwerk noch einmal zu eindrücklicher Gestalt: Idealistische Pläne, verletzte Liebe und ökonomische Interessen verbinden sich darin zu einer moralischen Schuld, die die menschlichen Beziehungen vergiftet und erst im Tod Entsühnung findet.
Regie führt erstmals am DNT Urs Troller, Dramaturg und Regisseur u.a. in Köln, Düsseldorf, Bochum, München und Hamburg, zuletzt inszenierte er am schauspielfrankfurt Medea, Torquato Tasso und Der Kirschgarten.

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