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Lars Grünwoldt 2009 - Oratorium "Die Schöpfung" Haydn

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Uploaded by on Nov 12, 2009

Die Enstehungsgeschichte der „Schöpfung beginnt im Jahre 1795, als der 63- jährige Haydn von seiner zweiten Londoner Reise nach Wien zurückgekehrt ist. Im Handgepäck hatte er ein englisch verfaßtes Textbuch mit, das eigentlich für Händel verfaßt worden war, dieser aber nicht verwendete. Der unbekannte Autor hatte zum Thema „Schöpfung biblische Texte (Genesis, Psalm 19, 104 und 93) und Auszüge aus dem berühmten Epos „Paradise Lost des englischen Dichters John Milton zusammengestellt. Der englischen Sprache nicht genügend mächtig, ging Haydn mit diesem Textbuch zu dem Wiener Baron Gottfried van Swieten. Dieser höchst angesehene Baron war österreichischer Diplomat, Weltmann, Präfekt der kaiserlichen Hofbibliothek, Dichter, Komponist und begeisterter Liebhaber und Förderer der Musik, insbesondere von Bach und Händel, ja er war so etwas wie ein „Wiener Musikpapst. Van Swieten übersetzte das Textbuch und arbeitete es für Haydn nach musikalischen Gesichtspunkten um, fügte sogar Vorschläge für die Komposition hinzu, die Haydn in einer ganzen Reihe von Fällen befolgte.
Man muß dazu sagen, daß Haydn bereits 1791 anläßlich der Händelfestspiele in Westminster Abbey den „Messias und „Israel in Ägypten mit 1000 Choristen gehört hatte und im Innersten seiner Seele gerührt war, aber unter Tränen zugeben mußte: Er (Händel) ist der Meister von uns allen. Vielleicht war dieses Erlebnis trotzdem so etwas wie eine Initialzündung für seine „Schöpfung.
Haydn ging mit großem Feuereifer ans Werk. Die Arbeit ist ihm jedoch nicht leicht gefallen, um jede Note hat er gerungen. Er, der sonst mit unglaublicher Sicherheit komponierte, legte jetzt ein Skizzenbuch nach dem andern an, schrieb Themen auf, verwarf und verbesserte sie und vollendete das Werk erst nach dreijähriger Arbeit. „Ich war nie so fromm als während der Zeit, da ich die Schöpfung schrieb, täglich fiel ich auf die Knie nieder und bat Gott, daß er mir Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen würde.
Die Uraufführung fand am 29. und 30. April 1798 im Palais des Fürsten Schwarzenberg in Wien statt und war ein Triumph ohnegleichen. Der Andrang des Publikums war außerordentlich, obwohl nur geladene Gäste zugelassen waren. Tausende fanden keinen Einlaß und drängten sich auf dem Wiener Mehlmarkt. Haydn dirigierte selbst und Salieri saß am Flügel. Die Begeisterung des Publikums war unbeschreiblich. Gottfried van Swieten sorgte dafür, daß Haydn ein Komponistenhonorar von 500 Dukaten bekam, finanziert von zwölf adeligen Herren.
Nachdem die ersten Aufführungen noch vor ausgewählten Gästen der Wiener Adelsgesellschaft stattfanden erlebte die Wiener Öffentlichkeit am 19. Januar und 19. März im Wiener Burgtheater „ihre Aufführung. Auf dem Plakat stand beim Namen Haydns zu lesen: „Doktor der Tonkunst und hochfürstlich- Esterhazyscher Kapellmeister. Von da an war der Siegeszug der Schöpfung nicht mehr aufzuhalten. Ihr zuliebe wurden Chorvereine und Musikgesellschaften gegründet. „O, kommen Sie zu uns, kommen Sie! Sie sollen wie ein Gott unter Menschen empfangen werden; wir wollen Ihnen ein Gloria singen, daß Ihr graues Haar sich erheben, und zum Lorbeer werden soll... so lautet die Einladung nach Berlin!

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