Bundestagsdebatte vom 23.04.2010: Zwischenfrage von Michael Schlecht an Dr. Joachim Pfeiffer

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Uploaded by on Apr 29, 2010

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Uploader Comments (michaelschlecht2009)

  • Bei Prozentangaben stellt sich immer die Fragen nach der Höhe des Basiswertes. Die Lohnstückkostenfunktion verläuft auserdem exponential so ist es vollkommen normal, dass von einem niedrigeren Wert die Lohnstückkosten prozentual erheblich stärker steigen als bei einem höheren Wert!

  • @brokerTS : vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich teile Ihre Einschätzung nicht.

    Die Entwicklung der deutschen Lohnstückkosten war im internationalen Vergleich schon immer sehr moderat, auch vor Einführung des Euros. Deswegen bestand ständiger Druck zur Aufwertung der D-Mark. Entscheidend ist: Wer wie die Eurozone eine Zielinflationsrate von knapp unter 2 Prozent anstrebt, müssen die Lohnstückkosten um jährlich 2 Prozent steigen. Denn ein Anstieg der Lohnstückkosten um 2 Prozent bedeutet, die

  • @brokerTS

    die Löhne steigen um 2 Prozent stärker als die Produktivität. Die Unternehmen schlagen diese 2 Prozent auf die Preise auf. Preisstabilität verlangt daher, dass Deutschland sich zumindest an diese Regel hält. Würde es sich bei der besseren Lohnentwicklung unserer Währungspartner nur um einen aufholenden Prozess handeln, gäbe es nicht in diesem Umfang deutsche Exportüberschüsse. Dann müsste Deutschland vielmehr eine negative Handelsbilanz haben (Wettbewerbsnachteile) und diese

  • @brokerTS: Wettbewerbsnachteile durch Lohnzurückhaltung schrittweise abbauen. Es ist aber umgekehrt: Deutschland hat Wettbewerbsvorteile und weitet diese sogar noch aus. Das schlimme daran: Wir können uns von dieser Wettbewerbsfähigkeit nichts kaufen. Im Gegenteil wir bezahlen die schlechte Lohnentwicklung mit einem schwachen Binnenmarkt und Wachstumsschwäche.

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All Comments (16)

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  • Zu den Löhnen: "Andere Länder machen es noch schlechter als wir, warum sollten wir uns bessern?" So hört sich das für mich an. Doch wenn keiner den ersten Schritt macht, dann wird sich nie etwas änern.

  • @Scaevus1 In einer globalisierten Wirtschaft (und dies ist ein Produkt der Freiheit) ist Wissen, also Bildung der entscheidene Faktor und die Personen die gute Bildung mitbringen profitieren auch. Den mittel bis schlecht qualifizierten Personen muss jedoch klar sein, dass sie nicht mehr als ein z.B. Koreaner oder Brasilianer verdienen können nur weil sie in Deutschland leben!

  • @Scaevus1 Wenn man Ricardo anwendet ( und dies ist Konsens ) stagniert die Produktivität der deutsche Volkswirtschaft seit Jahren, denn der Faktor Arbeit als auch der Faktor Wissen wächst in ähnlichem Maße wie der Output. Siehe statisches Bundesamt. Es ist außerdem eher damit zu rechnen, dass die Produktivität fällt, da der Faktor Wissen expotential zunehmen wird!

  • @Scaevus1 Auch ist der Zusammenhang zwischen Außenhandelsdefizit und schlechter volkswirtschaftlicher Lage nicht zwingend. Denn der orginäre Binnenmarkt wird hier unterschlagen. So kann es geschehen, dass durch eine Wirtschaftswachstum das sehr singulär ist zu negativen Nettoimporten kommen. (USA 90er Jahre). Zwar können negative Nettoimporte sich negativ auswirken, dies setzt aber ein grundlegend schwache Volkswirtschaft voraus!

  • @Scaevus1 Teil 2 Und sie würden auch nicht in der binnenmarktaffinen Konsumgüterindustrie entstehen. Denn diesen Markt haben idR ausländische Unternehmen im Griff und auch bezüglich des Gehalts- bzw. Lohngefüge liegt die Konsumgüterindustrie weit unter dem der Investitionsgüterindustrie. Des Weiteren würde dies viele Facharbeiter in Umschulungen zwingen, da ihre Ausbildung nicht 1:1 in der Konsumgüterindustrie verwendet werden kann!

  • @Scaevus1 1. Lohnstückkosten ist ein Indikator für die Produktivität sind aber nicht das Verhältnis zwischen Löhnen und Produktivität. Dies ist einfach falsch! Die deutschen Unternehmen sind in Branchen aktiv die vorallem Investitionsgüter abdecken und somit auf den Export angewiesen sind. Denn z.B: CTs kann man eben nur selten dem selben Kunden verkaufen. Würde Deutschland freiwillig den Export bremsen würden diese Arbeitsplätze verloren gehen

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