Friedrich Nietzsche „Der geheimnisvolle Nachen"

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Uploaded by on Aug 20, 2008

Rezitation: Fritz Stavenhagen
http://www.deutschelyrik.de
Gestern Nachts, als alles schlief,
Kaum der Wind mit ungewissen
Seufzern durch die Gassen lief,
Gab mir Ruhe nicht das Kissen,
Noch der Mohn, noch, was sonst tief
Schlafen macht, - ein gut Gewissen.

Endlich schlug ich mir den Schlaf
Aus dem Sinn und lief zum Strande.
Mondhell war's und mild, - ich traf
Mann und Kahn auf warmem Sande,
Schläfrig beide, Hirt und Schaf: -
Schläfrig stiess der Kahn vom Lande.

Eine Stunde, leicht auch zwei,
Oder war's ein Jahr? - da sanken
Plötzlich mir Sinn und Gedanken
In ein ew'ges Einerlei,
Und ein Abgrund ohne Schranken
Tat sich auf: - da war's vorbei!

- Morgen kam: auf schwarzen Tiefen
Steht ein Kahn und ruht und ruht ...
Was geschah? so rief's, so riefen
Hundert bald: was gab es? Blut? - -
Nichts geschah! Wir schliefen, schliefen
Alle - - ach, so gut! so gut!

Bilder:
Grosz, Georg - Hitler in der Hölle
Giorgio de Chirico -- Türen
Giorgio de Chirico -- Stilleben
Giorgio de Chirico -- Ruhende
Giorgio de Chirico -- das Pferd
Giorgio de Chirico -- Enigma
Giorgio de Chirico -- Ruhe der Ariane
Giorgio de Chirico - Verstand eines Kindes

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Entertainment

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  • De Chirico passt perfekt!

  • placed into my playlist of De Chirico, thanks

  • très beau!

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