Ben Hübsch -- EYE CANDY
Malerei
White Trash Contemporary Hamburg
24.Mai - 28.Juni 2008
Eröffnung: Freitag 23.Mai 2008, ab 19h
"Sind kleine Formate das nächste grosse Ding?" fragte unlängst Roberta Smith, die einflussreiche Chefkritikerin der New York Times. Anlass war eine Häufung von Ausstellungen abstrakter Maler mit auffällig kleinen Bildformaten. Was in der Welthauptstadt der Big Macs und XXL-Egos als subtiler Protest gegen aufgeblähte Künstlergesten registriert wird, ist in der gegenstandlosen Malerei heute tatsächlich eine Seltenheit geworden. Das kleine Format wird in einer Zeit des Überflusses, der Markenzwänge und Blender-Gigantonomie immer mehr zum Auslaufmodell -- zu wenig Repräsentationseffekt, zu viel Bescheidenheit.
Umso erfrischender und selbstbewusster kommen die neuesten Bilderserien von Ben Hübsch daher. Der Freiburger Maler, Meisterschüler von Peter Dreher, ist ein poppiger Farbfeld-Virtuose, verspielter Ornamentalist und undogmatischer Konkreter. Hübsch ist nicht auf kleine Formate festgelegt. Im Gegenteil: Er hat monumentale Wandbilder gefertigt und überzeugt mit großen hypnotischen Bildtafeln von brillianter Strahlkraft.
Doch was besonders fasziniert, ist, dass er sich mit der gleichen Virtuosität auch kleiner Formate bedient. Dabei sind die kleinen Arbeiten keine Vorstudien oder Verkleinerungen der großen, sondern bilden eine bezaubernd eigenständige Formsprache. Als Anregungen dienen Hübsch vorgefundene Ornamente, Stoff- oder Teppichmuster, aber auch symmetrisch-freie Kompositionen am Computer. Die Assoziationen, die die Bilder beim Betrachter auslösen, sind ebenso vielfältig: Man denkt an Feuerwerk und Blütenstände, an Zellteilung oder Unterwasserwelten.
In Ihrer überwältigenden Farbigkeit erinnern diese Bilder an Georgia O'Keefes erotische Blumenstudien oder die rhythmischen Abstraktionen von Josef Albers und Robert Delaunay, aber auch an grellbunte Stickereien der Amazonas-Indianer. Mit der Schule der Züricher Konkreten Kunst teilt Hübsch die Leidenschaft für komplexe Farbsysteme, Komplementäreffekte und rythmischen Bildaufbau. Jedoch fehlt seinen Bildern das rigide Dogma.
Ben Hübschs Bilder sind in ihrer abstrakten Kühle doch immer auch sehr malerisch. Die Hand des Künstlers, Pinselstrich und gestische Ausdruck sind bewusst erkennbar. "ich klebe nicht ab, sondern arbeite freihand, das hat mehr Sexappeal und sieht besser aus!", sagt der Künstler. Hier malt kein Systemtheoretiker, sondern ein leidenschaftlicher Romantiker. Und der folgt sicher keinem Trend aus New York. In diesem Falle hat Roberta Smith bei New Yorks jungen Malern etwas entdeckt, was für Ben Hübsch schon lange gilt: dass auch auf begrenztem Raum jede Menge Platz für ernsthafte abstrakte Experimente ist.
Ha joh, da siescht des, diese scheiss ignoranten, diese blöden !
MrPacworld 1 year ago