ALFRED DORFER: Wenn Sie wirklich wissen wollen, wie dieses Land tickt, dann hören Sie nun unserem Medienstaatssekretär ganz genau zu.
( Es folgt ein Ausschnitt aus der ZiB2 vom 19.9.11 )
ARMIN WOLF: Der Bundeskanzler hat ein extremes Naheverhältnis zu Boulevardzeitungen. Sein Verhältnis zum ehemaligen "Krone" Herausgeber Dichand war so, dass der einmal einen Kommentar geschrieben hat, dass Herr Faymann nicht sein unehelicher Sohn ist.
Eine Pressesprecherin des Kanzlers ist mit dem Innenpolitikchef der Kronen Zeitung verheiratet. Der Bundeskanzler ist seit seinen Jugendtagen mit dem Herausgeber der Tageszeitung "Österreich", Herrn Fellner, befreundet.
Und Ihre Pressesprecherin wiederum ist mit dem Geschäftsführer der Boulevardzeitung "Heute" verheiratet, der wiederum ein ehemaliger Pressesprecher von Herrn Faymann ist.
Alles sehr verwirrend, sehr verflochten und das sind genau die Tageszeitungen in denenen das Bundeskanzleramt und die SPÖ geführten Ministerien ganz besonders viel inserieren und die besonders freundlich über Herrn Faymann schreiben.
Ist das alles ein Zufall?
JOSEF OSTERMAYER: Meine Pressesprecherin ist nicht mit dem Herausgeber oder Geschäftsführer von Heute verheiratet, die haben eine Beziehung zueinander.
Ich würde (..) auch nicht verlangen, dass meine Presseprecherin ihre Beziehung beendet. Und das gleiche gilt für die ehemalige Sprecherin des Bundeskanzlers.
WOLF: Aber diese Naheverhältnisse sind doch auffällig zumindest, oder?
OSTERMAYER: Nein, wir sind ein relativ kleines Land. Wie viele Menschen mit Beziehungen zueinander gibt es im ORF oder gibt es in anderen politischen Bereichen? Österreich hat halt 8 Millionen Einwohner. Wenn man in diesem Bereich tätig wird, kommt es halt manchmal auch vor, dass sich Menschen sympathisch finden und zueinander eine Beziehung eingehen.
WOLF: Aber hier kommt es so konzentriert vor?
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Dr. Josef Ostermayer ist SPÖ Medienstaatssekretär im Bundeskanzleramt. Er war in der ZiB2 zu Gast gewesen, weil er Bundeskanzler Werner Faymann, den eine Inseratenaffäre aus seiner Zeit als Infrastrukturminister eingeholt hatte, verteidigen hätte sollen.
Faymann soll die Asfinag (den Autobahnbauer) sowie die ÖBB (Bundesbahnen) angewiesen haben, Inserate in ausgewählten Medien zu schalten. Die Asfinag ist übrigens Österreichs einziger Autobahnbauer und bräuchte nicht wirklich zu inserieren.
Video: Robert Misik über Faymann, Ostermayer Inseraten-Deals
http://youtu.be/B54RA1SWE-o?t=14m10s
Inseratenaffäre (24.9.11)
http://www.profil.at/articles/1138/560/307672/faymann-inseratenaffaere
Inseraten-Affäre: Auch Asfinag? (24.9.11)
http://oe1.orf.at/artikel/286794
Asfinag-Inserate: Rechnungen belasten Faymann schwer (7.10.11.)
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/698963
Auch verwandt:
Pelinka im ORF: Redakteure planen Protestaktionen (27.12.11)
http://diepresse.com/home/kultur/medien/719784/
[ Video aus: ORF - Dorfers Donnerstalk. 9.12.2011 ]
das ist so wiederlich an zu sehen, da bleibt einem der Atem weg. Wie der Hr. Pressesprecher herumstammelt und verlegen herumstottert und nach Argumenten ringt, ekelhaftes Pack!
tomtrike 1 month ago 17
@tomtrike Josef Ostermayer ist nicht irgendein Presseprecher, sondern Staatssekretär für Medienangelegenheiten im Bundeskanzleramt. Sein Auftritt umso gruseliger, wenn man das weiß. Die anderen Staatssekretäre heißen Schieder (Finanzen), Kurz (Integration) und Waldner (EU).
Ostermayer war im Sommer noch für seine Vermittlerrolle im Kärntner Ortstafelkonflikt gelobt worden, kann also nicht ganz schlecht sein. Hätt' ich so einen Vollschas aufsagen müssen, hätt' ich wahrscheinlich auch gestottert.
SchwarzBlauForever 1 month ago 8