Tötet das Mammon - Blues

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Uploaded by on Oct 13, 2010

ABSÄNGEREI & BRASSENSERIE Leo Kowald, http://leo.kowald.org, Text und Musik: Leo Kowald Mai 2010, GEMA-frei, CopyLeft (creative commons): Nicht-kommerzielle Wiedergabe und Bearbeitung in humanistischem Kontext unter Namensnennung erwünscht

Foto: "Bulle und Bär" vor der Frankfurter Börse (panoramafrei)

Wer's nicht glaubt sehe nach bei http://deshiyoutube.com/video/G4dshOwN2bI/MPC-Best-Select-Private-Plan.html

Tötet das Mammon - Blues


Das Mammon ist kein Fabeltier
ein Götze ist's, halb Bär, halb Stier
gefährlich ist das Mammon.
Es streift in seinem Jagdrevier
umher und leidet große Gier
gefräßig ist das Mammon.
Die Marge ist sein Lebenssinn
es kann vom wachsenden Gewinn
den Hals nicht voll bekommen
und was es nicht verschlingen kann
davon legt es sich Vorrat an
es investiert, das Mammon.

Es investiert in Unternehmen
wo ihm Menschen an Maschinen
Nahrung produzieren
und wenn sie dafür artig sparen
dürfen sie in seinen Waren-
tempeln konsumieren.
Ministern dreht es Waffen an
womit's am Krieg gewinnen kann
und lässt sich Zinsen geben
es feiert mit bei Siegparaden
Zivilisten und Soldaten
kostet es das Leben

Es investiert in Immobilien-
fonds in Hongkong und Sizilien
und den Emiraten
und wenn die Immobilien bröseln
und die Rohstoffbörsen kriseln
dealt's mit Derivaten
Sein Vorrat schwillt gewaltig an
und fängt er mal zu faulen an
und seine Kurse fallen
dann kann es das nur schwer ertragen
muss sich neue Beute schlagen
frischen Vorrat krallen.

Auf seiner wilden Jagd nach Spendern
nimmt es Geiseln, ganzen Ländern
droht es mit Zerrüttung.
Es braucht sofort Ersatz in bar
es nötigt Parlamente gar
zur großen Bankenrettung.
In rigorosen Spar-Ritualen
soll'n die Menschen Opfer zahlen
bürgen stets die Armen
so werden die Vermögenslosen
ihre Existenzen los
in endlosen Reformen.

Das Monster wächst, wird immer größer
jede Krise macht es böser
wütender und wilder!
Längst zieht es eine breite Fährte
purer Not hinter sich her
- kahlgefress'ner Felder.
Wo sind die Menschen, die sich sehnen
nicht dem Mammon mehr zu dienen
eingepfercht im Käfig?
Wann werden sie die Bestie töten
und aus ihrem Käfig treten?
Mammon herrscht nicht ewig!

Gitarrenbegleitung (4/4, Capo 3. Bund):
[ Zwischenspiel: Am / Dm6 E7, Am / Dm6 E7 ]
Am / Dm6 E7, Am / Dm6 E7, F G, Am / Dm6 E7
Am / Dm6 E7, Am / Dm6 E7, F G, Am / A7 /
D / G7 A7, Bb7 / E7 Am, F7 /, E7 / / /
A7 / D97 E7, A7 / Bb7, C7 / F G, A / E7


Es geht mir hier nicht ums GELD, sondern um REICHTUM.
Das FINANZKAPITAL stellt das Mammon nur in seiner reinsten und aggressivsten Form dar. Ihm ist es völlig Wurst, WAS es besitzt, es interessiert ihn nur noch WIEVIEL, und ob es möglichst viel und zuverlässig Gewinn abwirft.

Das Wort „[der] Mammon" leitet sich vom aramäischen Wort mamona = (Privat-) Vermögen, Reichtum, Besitz ab. Es gelangte über seine griechische Schreibweise in die Bibel, in der Vulgata wird daraus lateinisch mam[m]ona. Martin Luther übersetzte das Wort nicht und so gelangte es als Mammon ab dem 16. Jahrhundert ins Deutsche (nach wikipedia.de). Ich habe aus dem (maskulinen) Mammon ein sächliches Wesen gemacht, um seine Bestialität zu unterstreichen.

Im Unterschied zu den klassischen Handels- und Überproduktionskrisen
gibt es in den modernen Finanz-Krisen (die erste „brach" im Oktober 1929 „aus" und bereitete Faschismus und Weltkrieg vor) zu viel Reichtum in Form
riesiger anlagesuchender Geldvermögen. Die Banken als Verwalter dieser Reichtümer sind überfordert; die reale Wirtschaft wirft nicht genug Profit ab und so versucht das Finanzkapital, ganze Volkswirtschaften in die
Schuldknechtschaft zu treiben. Die Staatsverschuldung wird so zu einer der lukrativsten Anlageformen, angetrieben von Arbeitslosigkeit, Korruption und Militarismus, bis an den Rand des Staatsbankrotts (Griechenland 2011).

Henry Ford sagte 1920, 9 Jahre vor dem ersten GROSSEN CRASH: "Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir, glaube ich, eine Revolution noch vor morgen früh."

Er musste es ja wissen.

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Uploader Comments (leokowald)

  • Betet das Mammon an!

  • @OnliDM Mammon unser mehre unseren Reichtum gelobt sei Deine Marge Dein Ertrag wachse Dein Wille geschehe in der Lobby wie auch auf dem Felde unsern täglichen Profit gib uns heute und bewahre uns unsere Investitionen womit wir erpressen unsere Arbeiter und führe uns nicht in die Pleite sondern erlöse uns von der Krise denn unser ist das Vermögen und euch bleibt das Elend, die Steuern und die Maloche in Ewigkeit Amen

  • @leokowald Dein Lied ist gut!

  • @OnliDM Danke!

Video Responses

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All Comments (8)

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  • super grossartig gemacht.

    besten Dank.

    Haste noch andere Hochkultur-Tips zum Thema?

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