Über Politik...mit Erhard Eppler. Teil 2/7

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Uploaded by on Nov 25, 2011

Über Politik. Gesine Schwan im Gespräch mit Erhard Eppler. Teil 2/7
Argumentative Auseinandersetzung ist theoretisch das Herzstück demokratischer Politik. Aber sie erreicht die Öffentlichkeit kaum noch, weder über Debatten des Parlaments noch über politische Medienformate, da diese oft nicht die Ruhe und Geduld aufbringen können, die für eine inhaltliche politische Auseinandersetzung nötig sind. Zu diesem Ziele werden die Gespräche, die Gesine Schwan im Rahmen der Veranstaltungsreihe führt, aufgezeichnet und in Kooperation mit unseren Medienpartnern in eine breitere Öffentlichkeit getragen. Dieses Projekt realisieren wir in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und mit der Körber-Stiftung.

Erhard Eppler (* 9. Dezember 1926, ehem. SPD-Politiker und Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit) spricht mit Gesine Schwan (Präsidentin der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance) über seinen politischen Werdegang, Demokratie, Krise der Demokratie, Finanzmarktkrise, Europa und Entwicklungspolitik. Das Gespräch wurde am 3. November 2011 in der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance aufgezeichnet.

Erhard Eppler machte seine erste Erfahrung mit Politik als Kind während des Nationalsozialismus und wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch ihn prägende Persönlichkeiten von der Politik „angesogen". Er hat Demokratie durch das Politische System in der Schweiz und nicht in den USA gelernt. Beim Vergleich des europäischen mit dem amerikanischen System weist er auf die Zusammengehörigkeit von Sozialer Sicherheit und Freiheit hin. Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Finanzmarktkrise und ihren politischen Folgen merkt Gesine an, dass Wettbewerbsmanie als Merkmal für Marktradikalität zerstörerisch wirkt. Für den Erhalt der Politischen Kultur muss es, so Eppler, einen Dialog zwischen Politik und Zivilgesellschaft geben. Die Politik muss in Europa einen Stoß von der Zivilgesellschaft erhalten. Es darf kein Oben und Unten geben. Schwan fordert ebenfalls ein handfestes Eingreifen der Zivilgesellschaft in Europa.

Die gemeinsame Entwicklungszusammenarbeit von Europa in Afrika ist eine Chance für Europa und könnte Afrika einen Entwicklungs- und Demokratisierungsschub geben.

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