Das Lied war ein Kind des Krieges, aber des Ersten, des Großen Krieges, während dessen es Hans Leip schrieb, die letzte Strophe erst 1937 für den Druck hinzufügend. Sein Gedicht fiel manchen als mögliches Chanson auf. Die Aufnahme Lale Andersens in der Fassung von Norbert Schultze wurde im Sommer 1939 überhaupt nicht beachtet. Der Text passte nicht in die neue, heroische Zeit. Beim Kriegsausbruch waren die Deutschen erst einmal still und besorgt. Der Erste Weltkrieg lag noch nicht allzu lange zurück, und die Erinnerungen daran forderten nicht dazu auf, sich mit Liebesglück und Liebesleid vorübergehend zu beruhigen. Die Schallplatte und die Partitur verkauften sich schlecht. Im Sommer 1941 gab es plötzlich eine überraschende Nachfrage. Zufällig hatte der Soldatensender Belgrad das Lied gesendet, und auf Wunsch der deutschen Soldaten musste er es immer wieder spielen, bis es alsbald zur Erkennungsmelodie des Zapfenstreiches um zehn Uhr abends wurde. Damit begann die Karriere von Lili Marleen .
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