Dunkel lockende Welt

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Uploaded by on Mar 14, 2008

Dunkel lockende Welt
von Händl Klaus

Premiere am 1.2.2006, Schauspielhaus

Dramatiker des Jahres 2006: Händl Klaus für 'Dunkel lockende Welt'
Bühnenbildnerin des Jahres 2006: Muriel Gerstner für 'Dunkel lockende Welt'
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen und zu den Mülheimer Theatertagen 2006
Ausgezeichnet mit dem tz-Rosenstrauß des Jahres

Das Stück "Dunkel lockende Welt" des österreichischen Autors Händl Klaus untersucht die Oberfläche und die darunter verborgenen Abgründe. Mit der manischen Reinigung der Oberfläche bzw. ihrer Wohnung ist die junge Ärztin Corinna Schneider bei ihrem Auszug beschäftigt. Ihr Vermieter Joachim Hufschmied trifft sie beim Putzen an und verwickelt sie in ein Gespräch über ihr Reiseziel Peru, die Konversation mäandert aber über Leben und Tod, die Trauerrituale der Einheimischen - Hufschmieds Mutter verstarb erst kürzlich - und fremder Völker in Finnland und Madagaskar bis zum Verschwinden von Corinnas Schweizer Freund Marcel. Unter der Oberfläche des Dialogs schillern Untiefen, die Beschäftigung mit Tod und Sterben scheint auf beiden Seiten exzessiv. Hufschmieds forschende Neugier findet schließlich ein Überbleibsel, das Corinnas Putzsucht entgangen ist: eine menschliche, kleine Zehe. Corinna sucht verzweifelt Zuflucht bei ihrer Mutter Mechthild, doch dort trifft sie weder auf Zuwendung noch Verständnis. Der sezierende Blick der besessenen Biologin analysiert zwar die vitalen Prozesse der Photosynthese, das Leben und die Probleme ihrer Tochter liegen aber außerhalb ihres Blickfeldes. Und doch überrascht Hufschmied Mechthild im dritten Akt in Corinnas alter Wohnung, als sie nach einer peruanischen Totenmaske sucht. Sie erzählt Hufschmied, der das ererbte Haus mittlerweile völlig hat einreißen lassen - Durchbrüche und Treppen sollen Licht ins alte Gemäuer bringen - von einem tödlichen Unfall Corinnas. Was letztlich in diesem Gestrüpp aus Phantasien und erfundenen Geschichten der Wahrheit entspricht, ist nicht ausfindig zu machen. Die gleißende Helle, die lichtvolle Harmlosigkeit scheinbar offen zutage liegender Lebensläufe überblendet verborgene schwarze Flecken, verdeckt eine dunkel lockende Welt.

Eine Auftragsarbeit für die Münchner Kammerspiele

gefördert durch den Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI

Der österreichische Autor, Filmschauspieler und Drehbuchautor Händl Klaus, 1969 als Klaus Händl in Tirol geboren, wurde für sein Stück "Wilde oder der Mann mit den traurigen Augen" 2004 in Theater heute zum "Nachwuchsautor des Jahres" gewählt. Boris von Poser inszenierte es in der letzten Spielzeit im Werkraum der Münchner Kammerspiele.
Sebastian Nübling, 1960 geboren und derzeit noch Hausregisseur am Theater Basel, hat "Wilde" in einer Koproduktion mit dem steirischen herbst am Schauspiel Hannover zur Uraufführung gebracht. In der Spielzeit 2005/2006 hat er sich mit seiner Ausstatterin Muriel Gerstner und seinem Musiker Lars Wittershagen, die sich an den Münchner Kammerspielen bereits mit der Inszenierung "Don Karlos" vorstellten, erneut mit einem Stück von Händl Klaus beschäftigt.

Regie Sebastian Nübling
Bühne und Kostüme Muriel Gerstner
Dramaturgie Marion Hirte
Musik Lars Wittershagen
Licht Max Keller

Mit: Gundi Ellert, Jochen Noch, Wiebke Puls

Category:

Entertainment

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