Using right lane on the autobahn - sometimes it works even in Germany... (BMW E36 323ti)

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Uploaded by on Jun 26, 2010

Von Hunden und Katzen

Die einen wedeln mit dem Schwanz, die anderen blinken mit der Lichthupe und immer wieder werden sie mißverstanden. Peter Pisecker über nicht erkannte Verständigungsprobleme.

Abgesehen von der überwiegenden Anzahl unauffälliger Mitschwimmer, die ruhig ihre Bahnen ziehen, fallen auf deutschen Autobahnen im Prinzip nur zwei Gruppen von Autofahrern auf: die zu-langsam-Fahrer und die zu-schnell-Fahrer.
In erster Linie fallen sie einander unangenehm auf.
Beide haben ein völlig falsches Bild von der jeweils anderen Gruppe. Dieses Bild stimmt immerhin in einem Detail: Jeder hält den anderen vollkommen zu Recht für rücksichtslos und unfair.
So entstehen auf der Straße Frustration und Zorn. Frustration vor allem darüber, daß man den vermeintlich unberechtigten Handlungen anderer Verkehrsteilnehmer ausgesetzt ist ohne sich ihnen entziehen oder wirkungsvoll dagegen wehren zu können. Diese Situation wird als Ohnmacht empfunden und die führt logischerweise zu Zorn. Dieser Zorn verursacht Kurzschluß im Denken und knipst dem Verstand das Licht aus und übernimmt die Entscheidungsgewalt. Was Folgt sind hirnlose Wettrennen, lebensbedrohliche Ausbremsmanöver und Formel 1-reife Abdrängversuche, bloß ohne Kiesbett.
Es ist Zorn von zweierlei Qualität. Die zu-langsam-Fahrer sind wütend, weil sei das Tempo der zu-schnell-Fahrer als persönliche Bedrohung empfinden und gleichzeitig meinen, niemand könne sie davor schützen, also nehmen sie das Recht in die eigene Hand. Ein so genannter „Oberlehrer" ist geboren...

Die zu-schnell-Fahrer erleben die zu-langsam-Fahrer nicht als Gefahr, sondern vielmehr als Stolperstein, der sie am schnellen Weiterkommen hindert -- eine kurzsichtige Betrachtungsweise, wenn man bedenkt, daß irgendwo vor einem auf der Überholspur Dahinbummelnden ohnehin wieder ein anderer trödelt und vor diesem ein weiterer und so fort. Der Versuch wirklich schnellen Fahrens auf der Autobahn ist also ein schon im Ansatz ein behindertes Unternehmen. Der Versuch, sein eigens ruhiges Tempo zu fahren (etwa 130 km/h), ist übrigens ebenso zum Scheitern verurteilt. Allzu oft erlebt man dabei brutale Bedränger, Rechtsüberholer und geistesgestörte Rambos.

Das Verhalten der beiden beschriebenen Gruppen von Autofahrern erinnert an die ewigen Mißverständnisse zwischen Mann und Frau. Verschiede Denkweisen und Überzeugungen führen dazu, daß sich beide im Recht fühlen und dem jeweils anderen bösartiges verhalten aus purer Gemeinheit unterstellen. Verhaltensforscher entdeckten auch Ähnlichkeiten zwischen Hunden und Katzen. Die dummen Hunde, grundsätzlich Katzen gegenüber nicht ablehnen eingestellt, interpretieren das aufgeregte Schwanzpeitschen der Katze als freundliches Wedeln und holen sich durch diesen Irrtum blutige Nasen. Katzen hingegen, von Natur aus cleverer, Mißtrauen den meist größeren Hunden von vornherein, sehen sie munter mit dem Schwanz wedeln, fassen dies als Angriffssignal auf und schlagen zu.

Auf der freien Autowildbahn ist Aggressivität bei den zu-langsam und zu-schnel-Fahrern gleichermaßen zu beobachten. Wer stur die Mittelspur blockiert, somit rechts Raum vergeudet, den der schnellere Verkehr nicht nützen darf, und diesen damit nötigt, sich durch das Nadelöhr, der einzig bleibenden Überholspur zu zwängen, lebt so seine stumme Wut gegen Schnellfahre aus. Oder ist einfach zu blöd, das Rechtsfahrgebot (§2, Abs.2 StVO) zu begreifen.

Das zeigt, das im Aggressionspotential doch ein wesentlicher Unterschied besteht: Zu-langsam-Fahrer können zu-schnell-Fahrern ihre Geschwindigkeit aufzwängen und tun es auch ungeniert -- und von der Polizei ungehindert. So genannte „Raser" jedoch wollen gar niemanden dazu bekehren, ebenso schnell zu fahren, wie sie selbst. Sie wollen einfach nur vorbei...

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Video Responses

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All Comments (21)

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  • @diiebane

    Ach so, jetzt verstehe ich.

    [Kindermodus]

    Aber er hat angefangen ;-)

    [/Kindermodus]

    Auch ich bin nicht der perfekte Autofahrer. Aber wenigstens kann ich mich nicht entsinnen, vorsätzlich andere zu behindert zu haben. Ebenso nutze ich gerne und häufig die rechte Spur, auch auf 3-spurigen Teilstücken und mit über 200 km/h. Da bricht mir kein Zacken aus der Krone.

    Siehe Text in der Beschreibung oben, finde ich trifft es ganz gut.

  • @Lame323ti Ich meinte mit §16 Abs 1, dass du beim Auffahren bei 0:21 die Lichthupe benutzt hast, was zusammen mit dem Auffahren als Nötigung angesehen werden könnte.

  • @diiebane

    Über Abstand können wir reden, da gebe ich Dir bei dem Holländer zu Beginn des Videos recht (auch wenn ich erst ausreichenden Abstand hielt), aber was Du mit §16 Abs 1 sagen möchtest, erschließt sich mir nicht so recht. :confused:

  • @Lame323ti Der Holländer wäre wegen §2 Abs 2 StvO dran, der Golf II wegen Missachtung der Vorfahrt, und du wegen §4 Abs 1 und §16 Abs 1. Tu nicht so scheinheilig, bei einem Unfall hättest du mindestens Teilschuld bekommen.

  • Lichthupe aber auch nur erlaubt unter einhaltung des von der Geschwindigkeit abhängendem Sicherheitsabstands.

    Hat mir mal ein Polizist erklärt, als es eigentlich um den Diskretionsabstand beim Bankschalter ging.

  • @BleedingBambi

    Mein erstes Auto mit sagenhaften 45 PS wusste noch nichtmal, wie 170 aussehen ;-)

    Aber war trotzdem möglich, damit so zu fahren, daß man andere nichtr behindert oder gar zu starken Bremsungen zwingt. Aus dem Grund wurden Außen- und Rückspiegel erfunden. Nur leider gucken da viele Leute nicht rein.

    Hat meist nix mit der Motorisierung zu tun, eher umgekehrt

  • @Lame323ti Naja, ich hab halt deswegen gefragt, weil ich hier im YT schon Kommentare wie "Nur wer schneller als 200 fahren kann, sollte auf die like Spur dürfen." usw.

    Meiner fährt maximal 170, bergab mit Rückenwind und viel Heimweh ich mal 190 nach Tacho. Da kann man nicht schnell (sozusagen) auf Mitte oder Rechts fahren.

  • @BleedingBambi

    Du weißt doch: Alle, die schneller fahren, sind Raser, alle langsameren Fahrer "Schleicher" ;-)

    Nein, mal im Ernst, solange niemand behhindert wird, halt wohl kaum etwas gegen gemächliches Fahren.

    Siehe Text in der Beschreibung, ich denke, das trifft es ganz gut

  • jo den hässlichen golf hätt ich angehupt bis ihm die ohren abgefallen wären^^

  • @D0kuChannel Kommt drauf an, wo bei dir "schleichen" anfängt?!

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