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Kreuz und Blauhemd - Christen und die FDJ 2/2

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Uploaded by on Mar 8, 2011

Phoenix-Sendung vom 6. März 2011. Ein Film von Detlef Urban.

Im März 1946 wurde die FDJ gegründet. Im Juni tagte in Brandenburg das erste Parlament der FDJ. Obwohl im ersten Zentralrat auch Christen saßen, machten kommunistische Funktionäre aus ihrer Version von Einheitsfront keinen Hehl.

Sie posaunten laut aus,dass sie der Kirche 'das Genick brechen' wollten. Die Junge Gemeinde wurde als feindliche Gruppierung eingestuft Christen mussten vors Tribunal. Es gab Opfer. Werner Ihmels zum Beispiel: Er war Theologie-Student in Leipzig, leitete Gruppen der Jungen Gemeinde und einen Literaturzirkel. Zugleich engagierte er sich in der FDJ. Nach einem Gespräch mit Erich Honecker verlor er alle Illusionen und befürchtete eine 'Führer'-Organisation wie die Hitler-Jugend. Unter dem Vorwand, er sei ein Spion, wurde Werner verhaftet. Mit weiteren Junge-Gemeinde-Aktivisten wurde er von einem sowjetischen Tribunal verurteilt und ins Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes NKWD nach Bautzen gesteckt. Dort erkrankte Werner an Tuberkulose - wie Tausende andere verstarb er in Bautzen und wurde anonym verscharrt. Seine Mitgefangenen denken noch heute mit Schrecken an das Erlebte. Die Auseinandersetzung der FDJ mit kirchennahen Jugendlichen trieb Blüten unglaublicher Borniertheit. Ulrich Schlase etwa, Gymnasiast aus Schulpforta bei Naumburg: Zusammen mit fünf anderen jungen Christen fiel er 1950 durchs Abitur. Er wusste nicht, dass die Oder-Neiße-Grenze eine 'Friedensgrenze' zu sein hat. Ein Mitschüler antwortete auf die Prüfungsfrage, was auf dem Isenheimer Altar zu sehen sei: 'Jesus', womit er sich die Rüge einhandelte: 'Falsch, der erste ausgebeutete Mensch.' Millionen von Schülern trugen das Blauhemd, sie erschienen zu Versammlungen und Appellen, viele duckten sich weg. FDJ-Geschichte ist aber auch die Geschichte von Enttäuschten, die den Jugendverband für Veränderungen nutzen wollten und sich wegen der Sinnleere ab- und der Kirche zuwandten. Einer von ihnen ist Hansjörg Weigel. Er war selbst FDJ-Sekretär. 1973 gründete er das Friedensseminar Königswalde und verbreitete das Abzeichen 'Schwerter zu Pflugscharen', für das tausende Jugendliche kriminalisiert wurden. Christen und die FDJ: eine Geschichte von Reibungen, von Kreativität, von Frustration und Opposition. Mit den kommunistischen Jugendfunktionären war nicht zu spaßen. Erst 1989, kurz vor dem Ende der DDR, wurde die FDJ am 'Runden Tisch der Jugend' entmachtet.

Quelle: ard.de

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