Demontage Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR) 1990

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Uploaded by on May 18, 2011

Das KKW war mit einem WWER sowjetischer Bauart vom Typ WWER-210 ausgestattet. Die elektrische Bruttoleistung dieses Reaktors betrug 70 MW.

Die Nettoleistung betrug 62 MWe, die thermische Leistung 265 MW.

Seit dem 1. September 1967 befand sich der Reaktor im Versuchsbetrieb mit 75 MW, bald darauf wurde diese Leistung im Dauerbetrieb erreicht. Im Oktober 1968 wurde versuchsweise die elektrische Leistung auf 80 MW erhöht und ab 25. November 1968 das Kraftwerk dann im Dauerbetrieb mit dieser erhöhten Leistung betrieben. Die erste Umladung der Brennstoffkassetten fand Ende 1967 bis Anfang 1968 statt.

Das Kühlwasser wurde aus dem Nehmitzsee entnommen und durch den Auslaufkanal des Kernkraftwerks in den Stechlinsee eingeleitet. Beide Seen sind durch den Polzowkanal verbunden, so dass ein Kreislauf bestand.

Insgesamt leistete das Kernkraftwerk 130.000 Betriebsstunden.

Kurz vor der Deutschen Wiedervereinigung wurde das Kernkraftwerk am 1. Juni 1990 wegen erheblicher Sicherheitsbedenken außer Betrieb genommen.

Die planmäßige Abschaltung war für 1992 vorgesehen gewesen.
Seit 1995 betreiben die Energiewerke Nord GmbH den Rückbau des Kraftwerks. Die radioaktiv strahlenden Materialien werden ins Zwischenlager Nord beim Kernkraftwerk Greifswald bei Lubmin transportiert.

Die Crew startete ein wahrhaft mutiges Vorhaben, denn es ist das weltweit bislang größte Stilllegungsprojekt einer Kernkraftanlage. Obwohl das KKW zu den eher kleinen Anlagen gehörte, galt es dennoch, riesige Mengen an Material zu entsorgen, ungefähr 300.000 Tonnen, davon zirka 40.000 radioaktiv belastet -- natürlich immer unter der Prämisse des Strahlenschutzes.

Einen denkwürdigen Tag in der Geschichte von Rheinsberg stellte der 9. Mai 2001 dar. An diesem Tag, also genau 35 Jahre nach der Erst-inbetriebnahme des KKR, verließ der letzte Kernbrennstoff -- eingelagert in Castor-Behältern -- den Standort.

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