1. Maerz Migrantinnenstreik Wien

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Uploaded by on Aug 23, 2011

Am 1. März 2011 fand in Wien der erste transnationale
Migrant_innenstreik statt.

Die Idee dafür geht auf Massenproteste in den USA zurück, deren
Höhepunkt der „Tag ohne Migrant_innen" am 1.Mai 2006 bildete, an dem
sich über eine Millionen Menschen beteiligten. Die Proteste richteten
sich über Monate gegen die massiven Verschärfungen der Asyl- und
Einwanderungsgesetze -- diese führten einerseits zu Illegalisierung und
Kriminalisierung von vielen Migrant_innen, andererseits zu drastischen
Repressionen gegen Menschen ohne Papiere, die bis heute andauern.

In Europa führten ebenso Verschärfungen der Gesetze -- nicht zuletzt im
Rahmen der "Harmonisierung der Migrations- und Asylgesetze" in der EU --
zu einer lang anhaltenden Protestwelle und zur Organisierung von
Aktivist_innen und Migrant_innen. In Frankreich und Italien, aber auch
in Spanien und Griechenland, wurde der 1. März 2010 zu einem „Tag ohne
uns" erklärt. Durch den Aufruf, an diesem Tag die Arbeit niederzulegen
und einen Konsumboykott durchzuführen, sollte darauf hingewiesen werden,
dass Migrant_innen zwar wesentlich zum Funktionieren der Wirtschaft
sowie zum sozialen und kulturellen Leben beitragen, ihnen aber
gleichzeitig zentrale Rechte vorenthalten werden. Der 1.März sollte an
die einige Jahre zuvor an diesem Tag beschlossene Reform des
Einwanderungsgesetzes in Frankreich zu erinnern, wodurch ein auf
ökonomische Nützlichkeitskriterien basierendes Migrationsregime
etabliert wurde -- ähnlich wie mit der Einführung der
„Rot-Weiß-Rot-Karte" in Österreich.

An diesem „Tag ohne uns" wurden Dutzende Betriebe bestreikt,
Zehntausende gingen auf die Strasse und demonstrierten gegen
rassistische Diskriminierungen und für gleiche Rechte. Der 1.März soll
sich als antirassistischer Aktionstag etablieren, an dem Migrant_innen
als politische Subjekte auftreten und sich gemeinsam gegen die
herrschenden Politiken der Ausbeutung und Diskriminierung zur Wehr setzen.

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