NoWKR - Wiener Polizisten schützen die Faschisten - Antifa Demo gegen Burschenschafterball

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Uploaded by on Feb 8, 2010

Hunderte Anzeigen bei Gegenveranstaltung

14 Festnahmen und mehrere Verletzte nach Auflösung der behördlich untersagten Demonstration

Wien - 14 Festnahmen und mehrere Verletzte - so lautet die Bilanz der Auflösung der behördlich untersagten Demonstration gegen den Korporationsball am Freitagabend in Wien. Zudem kam es laut Polizei auch zu Sachbeschädigungen. Zwei Demonstranten zündeten demnach einen Einsatzwagen der Wiener Polizei an und bei einem Geschäftseingang sei durch pyrotechnische Gegenstände ein Brand verursacht worden.
Die Verhaftungen erfolgten laut Polizeiaussendung großteils wegen Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Am frühen Abend hatten sich mindestens 500 Demonstranten zu der Kundgebung gegen den Ball der rechtsgerichteten Studentenverbindungen am Christian-Broda-Platz versammelt. Gegen 20.00 Uhr löste die Polizei die Demonstration Schritt für Schritt auf. Zwischen 150 und 200 Protestierende waren gegen Ende noch am Christian-Broda-Platz eingekesselt.
Jeder, der sich danach noch innerhalb der Absperrung befindet, wurde von der Polizei aufgenommen und angezeigt. Ingesamt gab es rund einhundert Anzeigen. Laut Hahslinger wurden die Demonstranten wegen Verwaltungsübertregung nach dem Versammlungsgesetz angezeigt, nachdem sie sich geweigert hatten, den Versammlungsort zu verlassen. Die Demonstration war zuvor wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt und aufgelöst geworden.
Heftige Kritik am Polizeieinsatz kam von den Hochschülerschaften der Universitäten Wien und Graz sowie vom Verband Sozialistischer StudentInnen, der Sozialistischen Jugend und der Grünalternativen Jugend. In einer Aussendung der ÖH Wien ist von "massiver Polizeigewalt" die Rede, Demonstranten seien "krankenhausreif geschlagen, angezeigt und bedroht" worden.

Auch der Landessprecher der KPÖ-Wien, Didi Zach, zeigte sich empört über den "Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas" sowie die Verhaftung von Demonstranten. Diese hätten nur "ihren Unmut gegen das Treffen der Creme de la Creme der heimischen und der europäischen rechtsextremen Szene" kundtun wollen.

- zit. © Der Standard, 30.01.2010 http://derstandard.at

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Top Comments

  • 1:0

  • Deutschkurse den Rechten !

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All Comments (32)

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  • @grimyguerilla Schiedel, Heribert: Korporierte Legenden. Zur burschenschaftlichen Geschichtsumschreibung. In: Österreichische Hoschüler_innenschaft (Hg): Völkische Verbindungen. Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich.

  • @grimyguerilla Tatsächlich hatten die (angehenden) Akademiker zur Arbeiter_innenklasse, die in Österreich noch weniger das entsprechende Bewusstsein entwickelt hatte als anderswo, bestenfalls ein instrumentelles Verhältnis. Als Druckmittel zur Durchsetzung politischer Rechte des Bürgertums war sie willkommen,

  • @grimyguerilla Auf jeden Fall waren Korporierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts an jeder blutigen antidemokratischen Erhebung in der Weimarer und Ersten Republik maßgeblich beteiligt: Kapp-Putsch (1920), „Marsch auf die Feldherrenhalle“ (1923), Juliputsch (1934) usw.

  • @grimyguerilla In der Folge wurden die Korporationen zu Stoßtrupps gegen Emanzipation und Demokratisierung. Die Heftigkeit des antidemokratischen Furors und der Revolutionspanik ist neben der sozialen Angst (vor dem Abstieg) wohl nur mit dem schlechten Gewissen der Verräter zu erklären. Dazu kam die Niederlage im Ersten Weltkrieg, welche nur mit Hilfe der Dolchstoßlegende zu verarbeiten war.

  • @grimyguerilla Das Arrangement mit

    der spätabsolutistischen Herrschaft nach der endgültigen Niederlage der Revolution

    fand auch formal seinen Ausdruck, etwa in der Übernahme von Riten

    und Praxen der Landsmannschaften und Corps (Mensur, Comment usw.). So

    wie die Burschenschafter die individuelle Freiheit (nicht zuletzt zugunsten der

    des „Volkes“) verraten haben, haben sie auch ihre einstmalige Opposition gegen

    diese bündischen („konservativen“) Strukturen verraten.

  • @grimyguerilla Nach Auschwitz übernahmen Burschenschafter beide, ursprünglich zum Zwecke der Delegitimierung der Revolution gesponnenen Legenden oder Übertreibungen, um von ganz anderen und letztlich entscheidenden Traditionslinien ablenken zu können. Die „Sehnsucht“ der völkisch Korporierten in Österreich galt schon ab den späten 1860er Jahren

    mehrheitlich „nicht mehr der demokratischen großdeutschen Republik, sondern

    dem preußisch-deutschen Machtstaat.“

  • @grimyguerilla Ein innerhalb der politisierten (deutschnationalen)

    Studentenszene hegemoniales Radikaldemokratentum war Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich weniger Realität, sondern mehr eine feindliche Zuschreibung der spätabsolutistischen Herrschaft; ähnliches lässt sich auch über den „jüdischen Beitrag“ zur Revolution von 1848 sagen.

  • @grimyguerilla Gegenüber derart dreisten Kontinuitätsbezügen

    wirkt die Offenheit der Aula geradezu erfrischend: Im völkischen

    Zentralorgan wird die militante Frontstellung der Burschenschaften zum

    „jakobinisch-freimaurerischen Gedankengut der französischen Revolution“ (Aula

    1/98: 25f.) hervorgehoben.

  • @grimyguerilla Die maßgeblich auf Friedrich Ludwig Jahn („Haß alles Fremden ist des Deutschen Pflicht“) zurückgehende Gründung der Urburschenschaft in Jena (1815) ist als Gegenreaktion auf den drohenden revolutionären Sturm zu begreifen. Wenn Burschenschafter sich heute in die Tradition der bürgerlich-demokratischen Revolution stellen, beziehen sie sich auf jene liberale Position, gegen welche die

    „Urburschenschaft“ gerade gegründet wurde.

  • @grimyguerilla In Kontrast zur gängigen Darstellung des Revolutionsversuches von 1848 als Sternstunde des Liberalismus, die die heutigen Korporationen als Erbwahrer der Pioniere der Demokratie in Österreich eingesetzt habe, räumt Andreas Mölzer ein, dass dabei wesentliche Teile der Studentenschaft dem Gedanken des „Vorrang[es] der Einigung Deutschlands gegenüber einer Verfassung für Österreich“ – also des Nationalismus vor Demokratie und bürgerlichen Rechten– anhingen.

  • @grimyguerilla Am 23. August 1848 etwa ging die Nationalgarde mit brutaler

    Gewalt gegen eine Hungerdemonstration hunderter Arbeiter_innen vor („Praterschlacht“ mit 22 Toten) – die Akademische Legion stand in wohlwollender

    Neutralität daneben.

  • @grimyguerilla sobald aber der deutschnationale Kitt zu zerbröseln begann und das Weiterschreiten zur sozialen Revolution drohte, wurde sie als gefährliche Klasse schnell wiederfallen gelassen. Der Großteil der Gefallenen von 1848 waren keine Bürger oder Studenten, sondern Proletarier_innen, die zudem nicht mehr von

    den Armeen der alten Herrschaft, sondern bereits von der nachrevolutionären

    bürgerlichen Nationalgarde oder anderen paramilitärischen Einheiten niedergemetzelt

    wurden.

  • @grimyguerilla – sind diese und ähnliche Behauptungen auch ansonsten leicht ins Reich der Legendenbildung zu verweisen. Vor allem jene, wonach „es der Burschenschaft (Akademische Legion) gelang, die revolutionären Bauern, Arbeiter und Bürger unter der schwarz-rot-goldenen Fahne zu einen.“ 

  • Zunächst behaupten Burschenschafter beständig, legitime Erben und Nachfahren

    der Revolutionäre von 1848 zu sein. Einmal abgesehen von der Tatsache, dass

    es 1848 mit Ausnahme einer Handvoll von Studentengrüppchen in Österreich

    noch keine Burschenschaften gegeben hat – die ersten relevanten Gründungen

    erfolgten 1859 im Rahmen der „Schillerfeiern“, wo man bezeichnenderweise

    dem Kaiser schon wieder „stürmische Ovationen“ (Franz 1955: 116) dargebracht

    hatte

  • @Subscriver Meinst du so freiheitsliebende Deutschnationale wie jene die beim jährlichen Bummel in der Aula jüdische, italienische und katholische Studierende blutig geprügelt haben, oder jene die wegen der Badeni-Verordnung (tschechisch als zweite Amtssprache in der Donaumonarchie) in Prag und anderen Städten mehrere Menschen ermordeten?

  • @grimyguerilla Lassen wir die Kirche im Dorf! "autoritärer deutschrassistischer Führerstaat" - also bitte! Burschenschafter waren damals aktive Kämpfer der Freiheitsbewegung 1848 - FÜR Presse- und Medienfreiheit FÜR die freie Meinungsäußerung GEGEN den Ständestaat, GEGEN politische Ausbeutung. Auch heute leben sie nach dem Prinzip von Voltaire: "Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen." Genau das würde ich mir auch von Leuten ihrer Sorte wünschen!

  • @EchterWiener1 wenn stellst du dich selbst ins rechte eck, dadurch dass du es unterstützt wenn die polizei mit gewalt demokratischen protest unterdrückt. aber deinem profilbild nach zu urteilen brauchst du wohl einen starken führer der dir die richtung vorgibt der du wie ein schaf hinterherläufst. nur nicht selbst denken, schön brav die krone lesen und dem führer folgen, nicht ? A.D.A.B. Alle Deutschen Analfabeten Bilden ?

  • @antifascho77 Habeas Corpus- "No te rindas" 

  • wie heißt der song?

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