Staatstheater Nürnberg - Kontrakte des Kaufmanns

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Uploaded by on Nov 25, 2009

Regie: Stefan Otteni

Eine Wirtschaftskomödie von Elfriede Jelinek

Karten und Infos unter www.staatstheater.nuernberg.de

Zum Inhalt:
Ein Saal, auf der Rückwand die projizierte Aufschrift: Unsere Gesellschaft lädt ein! Wir befinden uns bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Kleinanleger einer Gesellschaft, eines Unternehmens oder einer Bank und mitten in dem neuesten Stück von Elfriede Jelinek. Blitzschnell hat die Literaturnobelpreisträgerin von 2004 reagiert und ein Stück über die aktuelle Finanzkrise geschrieben.
Ausgangspunkt für "Die Kontrakte des Kaufmanns" ist ein internationaler Finanzskandal, bei dem ausgerechnet eine österreichische Gewerkschaftsbank durch dubiose Kreditgeschäfte und riskante Spekulationen beim Zusammenbruch eines amerikanischen Skandalbrokers in finanzielle Schieflage geriet. Doch das ist nur das Sprungbrett für die radikale Entlarvungswut der Elfriede Jelinek: Sie taucht ein in die Welt des entfesselten globalen Marktes, in dem die Geld- und Machtströme längst nicht mehr transparent sind, sie führt die Manager und Banker in ihrer rücksichtslosen Spekulationswut vor, zeigt die Kleinanleger nicht nur als die Verlierer, sondern auch als eine von Gier nach Gewinn und Rendite besessene Meute.

2009 ist ein weiteres Jahr spektakulärer Börsencrashs, Konkurse und Korruptionsskandale, ein Jahr der fortgesetzten Entzauberung und der dauernden Ungewissheit über die Nähe des Abgrunds, an dem unser globales Finanzsystem steht. Jelinek ist eine Entzauberungskünstlerin, die in jedem ihrer kunstvollen und nicht weniger gnadenlosen Sätze die Märchen und Mythen der Finanzwelt und damit auf ihre Weise die große Finanzblase platzen läßt. Ihr Stück nennt sie konsequenterweise "Eine Wirtschaftskomödie". "Der Börsenkurs ist gefallen! Weh! Weh! Weh!"

Elfriede Jelinek zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. Immer wieder sorgen ihre Texte für Aufregung, und sie überschreiten in der Tat durch ihr gesellschaftskritisches Potential und ihren manischen Kunstanspruch alle Schmerzgrenzen. Auch "Die Kontrakte des Kaufmanns" sind in bester postdramatischer Tradition eine Zumutung für das Theater, die Autorin verweigert darin eine Handlung, Figuren und Dialoge. Inzwischen hat Elfriede Jelinek rund 30 Texte für das Theater geschrieben, zuletzt "Ulrike Maria Stuart (2007) und "Rechnitz" (2008).

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  • Der beste, klügste Wahnsinn, den ich je gesehen habe!

  • wunderschön.

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