Uploaded by paritaetlsa on Oct 7, 2010
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Das Jahr 2010 ist für viele Verbände und Organisationen ein Jahr der Jubiläen, der zwanzigjährigen Geburtstage und Gründungsfeiern- auch für den PARITÄTISCHEN in Sachsen- Anhalt. Im Jahr 1990 wurde nicht nur die Vereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen, sondern auch die ersten Strukturen der Wohlfahrtspflege in den neuen Bundesländern geschaffen. Soziale Dienste und Organisationen sollten ihre Angebote und Hilfen für die Bürgerinnen und Bürger zukünftig frei - ohne unmittelbaren staatlichen Einfluss ausüben können.
Es war eine Zeit der Aufbruchstimmung, als der Braunschweiger Hans Günter Strothotte 1990 in Magdeburg begann, engagierte Menschen aus Initiativen und Vereinen zusammenzuführen, um sie unter dem Dach eines Wohlfahrtsverbandes zu vereinigen. Der Zuspruch, aber auch die Skepsis gegenüber dem neuen Gefüge war groß. Sollte die neugewonnene Selbstbestimmung etwa schon wieder aufgegeben und einem Verband untergeordnet werden? Und auch der Name „Paritätischer Wohlfahrtsverband" ging vielen Menschen nicht so leicht über die Lippen; noch schwieriger war zu erklären, was es mit dem Namen auf sich hat. Aber die Grundprinzipien des PARITÄTISCHEN „Offenheit, Toleranz und Vielfalt" waren die Türöffner und die Eigenschaft „paritätisch" für „gleichberechtigt-gleichwertig" entsprach dem Anspruch vieler sozial engagierter Menschen.
Die Gründung des PARITÄTISCHEN Sachsen- Anhalt erfolgte dann am 6.8.1990 mit 14 Gründungsmitgliedern- Ende des Jahres 1990 war ihre Zahl schon auf 28 angewachsen. Die Entwicklung des Verbandes nahm in den Folgejahren rasante Fahrt auf. Neben dem Landesgeschäftsführer Hans Günter Strothotte unterstützen hauptamtliche Referenten und Regionalgeschäftsführer den Aufbau sozialer Angebote der Mitgliedsorganisationen und trugen dazu bei, dass der Verband eine starke, sozialpolitische Stimme in Sachsen- Anhalt bekam und hohe Akzeptanz in Politik und Verwaltung erlangte. Der PARITÄTISCHE ist einer der größten Arbeitgeber in der Sozialwirtschaft geworden.
Hunderte Selbsthilfegruppen und tausende Freiwillige engagierten sich über all diese Jahre für sich selbst und für andere Menschen -- gemeinsam mit den inzwischen über 14.000 beruflich Tätigen: auch das ist unsere besondere Stärke. Die buntgemischte Mitgliedschaft -- inzwischen sind es über 320 Organisationen und Vereine - trägt dazu bei, dass immer wieder neue Impulse und Entwicklungen mitten aus der Gesellschaft den PARITÄTISCHEN bewegen und sein Erscheinungsbild prägen. Dabei ist die Palette vielfältig: Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe und Pflege, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, Beschäftigungsförderung und Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Gleichberechtigung großer Organisationen und kleiner Vereine, die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Meinungen und die gemeinsame Aushandlung von Standpunkten oder auch Kompromissen gehören zum Bild des PARITÄTISCHEN.
In den letzten Jahren hat unser Verband seine öffentliche Präsenz deutlich erhöht und damit auch einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung erlangt. Das Engagement bei der Bekämpfung von Armut und ihren Folgen wie z.B. soziale Ausgrenzung, schlechte Bildungschancen und Perspektivlosigkeit oder das Ringen um eine qualitativ hohe Kindertagesbetreuung und frühkindliche Bildung haben dazu beigetragen, dass unsere Vorschläge zu konkretem Handeln bei Politik und Verwaltung geführt haben. An dieser Stelle lassen sich die Beispiele unzählig fortsetzen- sie finden sich auch auf den nächsten Seiten dieser Ausgabe.
Letztlich hat auch das neue Logo mit dem Gleichheitszeichen als Symbol für Chancengleichheit sowie unser Leitbild dazu beigetragen, unsere Werte und Prinzipien einem großen Kreis der Bevölkerung verständlich zu machen.
Der PARITÄTISCHE schaut in diesem Jahr mit vielen Mitgliedsorganisationen, die gleichfalls ihr 20-jähriges Jubiläum begehen, auf eine Erfolgsgeschichte zurück. In erster Linie schauen wir aber nach vorn - auf die Herausforderungen der kommenden Jahre, die Gefährdungen durch Armut, die Folgen der zunehmenden Abwanderung auch von sozialen Fachkräften, auf die Alterung der Bevölkerung und die knappen Kassen des Landes und der Kommunen. Soziale Hilfen sind wichtig für ein lebenswertes zukunftsfähiges Sachsen-Anhalt. Unsere sozialen Dienstleistungen und die Selbsthilfe schaffen Werte und müssen ausreichend finanziert werden. Soziale Berufe und freiwilliges Engagement haben Zukunft, wenn sie auch gesellschaftlich hoch bewertet werden.
Ein Einsatz, der sich lohnt. Dieses Motto wird uns in diesem Jubiläumsjahr begleiten und hoffentlich viele unserer gemeinsamen Aktionen bestimmen.
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