Der Baureihe 123 war das bis dahin erfolgreichste Modell von Mercedes-Benz. Im Zeitraum von Januar 1976 (Serienbeginn) bis Januar 1986 liefen insgesamt knapp 2,7 Millionen Fahrzeuge vom Band. Er zählt zur oberen Mittelklasse, bei Mercedes heute E-Klasse genannt. Vorgänger ist der W114/115, auch „Strich 8 (/8) genannt. Nachfolger ist der W124. Sowohl der Vorgänger als auch der Nachfolger liefen jeweils ca. ein Jahr parallel mit dem W123 vom Band.
Die Entscheidung des Herstellers, den Strich 8 nach Einführung des Nachfolgers noch ca. 11 Monate im Programm zu belassen, hatte mehrere Gründe. Zum einen war das bewährte Modell noch sehr beliebt (speziell im Taxigewerbe) und verkaufte sich gut. Zum anderen kam der neu vorgestellte W123 so gut bei den Käufern an, dass schon zu Beginn der Serienproduktion Lieferfristen von mehr als einem Jahr bestanden. In dieser Zeit war der /8 (W114/115) je nach Ausführung bis zu 2.400, DM günstiger als der Nachfolger. Der Kaufpreis des W123 bei Markteinführung lag zwischen 18.870, DM (200) und 26.895, DM (280 E).
Die Lieferzeiten beim neuen W123 wuchsen sogar noch auf bis zu drei Jahre an, was dazu führte, dass für Kaufverträge für Neuwagen teilweise mehr als DM 5.000, über Listenpreis bezahlt wurde, um schneller an das begehrte Modell zu kommen. Auch Jahreswagen wurden vielfach mit Preisaufschlägen weiterverkauft. Dies hat sich in der westdeutschen Automobilgeschichte bei Großserienfahrzeugen bis heute nicht wiederholt.
Den großen Erfolg der Baureihe zeigt auch die Tatsache, dass der Mercedes W123 als einziges Fahrzeug den VW Golf von Platz 1 der Zulassungsstatistik der Bundesrepublik verdrängen konnte; 1980 erreichte der W123 202.252 Zulassungen, der Golf nur 200.892 Zulassungen.
Die Baureihe W123 wurde in vier Karosserievarianten hergestellt: als klassische Limousine mit Stufenheck, als lange Limousine mit sieben Sitzen, als Coupé mit leicht verkürztem Radstand und als Kombi (bei Mercedes T-Modell genannt). Darüber hinaus gab es noch Fahrgestelle mit normalem und verlängertem Radstand als Basis für Sonderaufbauten wie Krankenwagen oder Leichenwagen.
Zunächst gab es, je nach verwendeten Motoren, verschiedene Scheinwerfer: Wagen mit den schwächeren Motoren wurden mit Rundscheinwerfern, auch abfällig „Ochsenaugen genannt, ausgestattet. Die eleganteren Breitbandscheinwerfer kennzeichneten die Spitzenmodelle 300 TD Turbodiesel, die 280/280 E und die Coupés. Zu optischen Aufwertungen dieser Modelle zählten auch verchromte Gummilippen unter den Heckleuchten und verchromte Lüftungsgitter vor der Frontscheibe. Im Zuge der Modellpflege zur Serie 3 im September 1982 erhielten alle Modelle einheitlich die rechteckigen Scheinwerfer, mattschwarze Lüftungsgitter und eine Zierleiste aus Zebranoholz am Armaturenbrett.
Benzin- und Dieselmodelle unterscheiden sich - bei den Limousinen - äußerlich durch den Einbauort der Radioantenne, falls diese ab Werk mitbestellt wurde (Ausstattungscode 53/x). Bei den Dieselmodellen wurde die Antenne auf dem rechten vorderen Kotflügel montiert, bei den Benzinern auf dem linken hinteren.
Erwähnenswert ist die Aufpreispolitik bei Daimler-Benz in diesen Jahren: Die Preisspanne reichte von rund 18.000,-DM im Jahre 1976 für das Basismodell bis zu knapp 80.000,-DM im letzten Baujahr für einen voll ausgestatteten 300 TD Turbo. Letzterer war damit so teuer wie zwei S-Klassen Modelle in Basisversion. Der Kaufpreis konnte sich mit nur wenigen Ausstattungsmerkmalen leicht verdoppeln.
Der W123 erfuhr während seiner Produktionszeit viele Veränderungen. So lässt sich die Baureihe im Wesentlichen in die Erste Serie bis zur Modellpflege im August 1979, die Zweite Serie bis August 1982 und die Dritte Serie unterteilen. Die Erste Serie wiederum wird noch einmal in Serie 0,5 und Erste Serie untergliedert:
Serie 0,5: 11/197508/1976
Erste Serie: 08/197607/1979
Zweite Serie: 08/197907/1982
Dritte Serie: 09/198201/1986
Exemplare der sogenannten Serie 0,5 sind heute sehr selten, sie unterscheidet sich nur durch Details von der Ersten Serie. Da in der Produktion mitunter noch Lagerbestände verbraucht wurden, gibt es sogenannte Serienzwitter, welche Merkmale verschiedener Serien tragen.
Wesentlichen Merkmale der zweiten Serie (August 1979)
kleineres Lenkrad (10 mm) in eleganterem Design
modernere Kippschalter (Warnblinker, Fensterheber etc.)
pneumatische Leuchtweitenregulierung
geänderte Gurtschlösser und kleinere Kopfstützen
neue Stoffmuster für die Sitze
Wesentliche Änderungen der dritten Serie (September 1982)
Rechteckscheinwerfer und Servolenkung serienmäßig
ausgeformte Vordersitzlehnen für mehr Kniefreiheit im Fond
Stoffeinsatz in den Türverkleidungen
neue Stoffmuster und Sitze komplett mit Stoff bezogen (keine Kunstlederwangen mehr)
weniger Windgeräusche durch verbesserte Dachzierleisten
Chromlüftungsgitter entfallen
Die Stückzahl ist glatt gelogen...
SibbilovesGreenTea 3 months ago
@SibbilovesGreenTea
Ja, möglicherweise habe die sich auch auf alle Mittelklassebaureihen bis dato bezogen und nicht nur auf den 123er.
emil250 3 months ago
Es gibt heute kein besseres Auto ! Nur noch Computerschitt !
Wenn hier was kaputt geht kann man sich selbst Helfen. Bei modernen Autos muß man zur teuren Werkstatt ! Ich fahre meinen 123er schon 10 Jahre OHNE PROBLEME !!!!!
adidas2003 7 months ago 2
@adidas2003 In der Tat. Wobei der 124er meiner Meinung nach eben so gut war. Aber auch der ist leider Geschichte...
emil250 7 months ago 2
0:48
naaa 6,7 millionen ist doch ein BISSCHEN zuviel des guten. 2,7 millionen wäre eine korrekte zahl
Chr0mbenz 1 year ago 7
@Chr0mbenz
Ich denke auch. Oder man meinte damit alle Mittelklassen/E-Klassen, die bis dato gebaut wurden.
emil250 1 year ago 3