Uploaded by watisnhierlos2 on Jan 26, 2012
Wenn in der DDR immer etwas fehlte, eines gab es ständig: Alkohol. Natürlich mangelte es dabei an edlen Tropfen, aber die einfachen Schnäpse füllten manche Lücken in den Regalen. Und es fehlt nicht an Kosenamen für die hochprozentigen Getränke: Blauer Würger, Kali, Pfeffi...
Der Alkoholverbrauch stieg in den 60er Jahren so alarmierend, dass in den Berichten der Partei »gesundheitsgefährdende Ausmaße« befürchtet wurden. Der Staat versuchte dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Am 1. Februar 1971 reagierte der DDR-Ministerrat mit einer saftigen Preissteigerung für »harte« Getränke. Der Bierkonsum stieg darauf jedoch nur kurzzeitig an. Nicht jedem schmeckte der heimische Gerstensaft. Schon 1957 hatte ein Großversuch mit Gerstenflocken das Ende des Deutschen Reinheitsgebotes für manche Biere in der DDR besiegelt. Aus Gründen der Sparsamkeit durfte Malz durch Gerstenflocken, Reis- und Maisgrieß sowie Zucker ersetzt werden. Vielen Bieren sah man diese Sparsamkeit auch an - sie waren trübe. Trugen die bekannten Biersorten den Zusatz »Export« - so war das leider meist wörtlich zu nehmen. Radeberger und Wernesgrüner fand man in den beliebten Kaufhallen fast nie, wurden so zu einer eigenen Währung beim Besorgen von Mangelwaren. Richtiges Geld musste jedoch die staatliche Plankommission hin und wieder für Blitzimporte einsetzen. Die »Aktion Weihnachtsteller« sorgte so für Wein und Sekt aus Spanien, Frankreich oder Westdeutschland. Da die DDR sich sonst aber kaum auf dem internationalen Spirituosenmarkt bedienen konnte, musste die einheimische Industrie den internationalen Getränkemoden folgen. Immer neue Destillate bereicherten die ostdeutschen Getränkelisten. Klassische Spirituosen wie »Kristall«-Wodka oder Nordhäuser Doppelkorn - die die Wende überdauerten - und exotisches wie »Sambalita« und »Sabrina Tropic« warben um die Gunst des Verbrauchers.
Der Film erzählt ein interessantes und unterhaltsames Stück ostdeutscher Wirtschaftsgeschichte mit einem Augenzwinkern. Etikettensammler, Brauer, Brenner, Betriebsdirektoren und Wissenschaftler geben dabei Einblick in eine besondere Geschichte der DDR.
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Alle 3 Teile runter geladen zum immer wieder angucken. Danke für das Upload. *freu*
MrLooser0815 4 weeks ago
War das WIA echt aus Bulgarien geleihen?
marto1602 1 month ago
Salute
Interessanter und gut gemachter Beitrag, danke für das Hochladen.
Weiss nur, dass Ende der fünfziger Jahre in Westberlin bei besonderen Gelegenheiten der Bowle gefröhnt wurde, im Alltag jedoch in Unmengen dem Pfefferminzlikör. Jedenfalls bei den Familien, in denen ich zu Besuch war, als Knirps. Durfte jeweils für den Nachschub aus der Kneipe sorgen.
Zum Bier in der DDR sagte mir mein dort lebender Opa, dass das Zeug erst im Magen zu gären beginnt.
Guter Kanal, danke dafür!
Bernd.
singleislaymalt 1 month ago
radeberger nur im mitropa zug gekauft! mangelware! danziger goldwasser gegen DM als bückware gekauft! bier, gegen DM im CSSR kühlschrank vom geschäftsführer der HO gaststätte eingelagert! woran erkennt man, dass man in der DDR ist? wenn das bier wärmer als das essen ist! wir österreicher sagten,na fahren wir wieder nach hawn wiiir nich land! die DDRler sagten, ach ihr aus dem NSW!unsere kollegen organsierten für uns ein paar flaschen bergmannstod, iiih war das ein fusel!DDR = schnapsland!
Horstlohner 1 month ago