Vollgeläute der Stadtpfarrkirche St Martin mit den Tönen a°-cis'-e'-fis'-gis'-h' . Die 6 Glocken bilden das größte und tontiefste Geläute im südlichen württembergischen Allgäu
Das Geläut der Martinskirche hat eine sehr bewegte Geschichte.
Die ersten Glocken hingen hier bereits im 13. Jhd. , also um die Zeit, wo der Turm bis zum Spitz fertiggebaut wurde.
An diesen 3 stimmigen Geläut gingen fast 300 Jahre vorbei, in denen es fest mit der Stadt verbunden war. Davon zeugt noch eine alte Schrift an einem Stadttor. Die Stadt brannte in dieser Zeit zwei Mal, aber den Glocken scheint nie etwas passiert zu. sein.
Um 1600 schlug dann ein Blitz in den Turm ein. Das Feuer beschädigte das Innenleben des Turms, wobei die Glocken abstützten und zerbrachen.
Es wurden 5 neue Glocken gegossen, die über 400 Jahre lang viele Kriegs und Friedenszeiten überstanden.
Ob diese Glocken im 1. Weltkrieg abgeliefert werden mussten ist nicht ganz klar. Es wird von 4 Glocken berichtet. Allerdings hatte die evangelische Kirche damals 4 neue Glocken. Es wird auch keine Glockenabnahme in der Martinskirche erwähnt.
Mir erscheint es eher so, dass man 1930 dieses kleine Geläut durch ein Monumentalgeläut alla Schweiz ersetzt hat. Die 7 Glocken wurden von Wohlfahrt Lauingen (Donau) gegossen und waren auf gis° abgestimmt. Das Geläute mag, wenn man einer alten Tonaufnahme glauben darf sehr imposant geklungen haben.
Leider war den 7 Glocken von Wolfahrt damals keine lange Lebenszeit vergönnt. Nach 11 Jahren wurden alle bis auf die kleinste Glocke (h') von Turm genommen. Da die Schallöfnungen sehr klein sind wurden die 3 großen zerschlagen und wie die anderen vom Turm geworfen.
Weitere 8 Jahre herrschte wieder Ruhe auf dem Kirchturm.
1950 wurde die Gießerei Hahn in Landshut beauftragt, ein 5 stimmiges Geläute mit 9t auf a° zu gießen. Die kleinste Glocke sollte im Turm verbleiben. Die Gießerei schuf dann dieses eindrucksvolle Geläute in einer eher schweren Rippe, wobei die große Glocke alleine 4,1 t wiegt.
Es ist bis heute fast noch vollständig erhalten.
2002 allerdings zersprang die Glocke 2 und brachte eine problematische Zeit mit sich, die knappe 7 Jahre dauern sollte.
Da um die Glocke vom Turm zu bringen wieder die Wand geöffnet werden musste, entschied man sich für einen Neuguss. diese Glocke brachte allerdings Probleme mit der Turmstatik mit sich, die sich erst 2009 durch den Einbau von Gegengewichten und Senkung des Läutewinkels lösen ließen.
Seitdem erklingt das Geläute (fast) wieder in alter Frische
Möge es noch lange erklingen.
Die a° ist wirklich etwas Einmaliges. Sie ist die schwerste a° des Gießers und die vom Gewicht her 3. größte Glocke des Gießers. Für eine Glocken von Johann Hahn ist sie mit 4,1 t recht schwer und besitzt eine wunderbar warme und volle Tongebung.
Um 1:00 hört man das Geläute der Pfarrkirche St. Ulrich
Mein Dank geht an den Herrn Mesner und den Herrn Pfarrer, die die Turmbesteigung erst möglich gemacht haben.
Sehr schönes Geläut! ;) Die a° von Sins (AG) wiegt genau 5`050 Kg für eine a° sehr schwer. ;)
disentis1993 6 months ago
@disentis1993 Ja, eure a° ist dann genau eine Tonne schwerer. Aber die hier ist auch schon sehr stattlich im Vergleich zu anderen Glocken dieser Gießerei !
Glockenfampf 6 months ago
Ein interessantes Motiv !
duidelijkluid 6 months ago
@duidelijkluid Mit der großen Glocke ja.
Das Motiv mit der cis' gibts bei uns wie Sand am Meer
Da hat jede zweite Kriche dieses Motiv.
Glockenfampf 6 months ago
Wunderbares Geläut, na das sieht schon mal prächtig aus :-)
Turbofreak89 11 months ago
@Turbofreak89 Jo, so siehts bei uns aufm Turm aus :-)
Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden mit dem aktuellen Zustand. Die Glocken slber sind alles von sehr guter Qualität !
Glockenfampf 10 months ago