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Trotz Regenwetter haben sich in Mainz/Kostheim Wiesbadener GegnerInnen des geplanten Kohlekraftwerks für Mainz und Wiesbaden versammelt. Zusammnen mit den Mainzer KohlekraftwerksgegnerInnen wollen sie in der rheinland-pfälzische Landeshauptstadt den politisch Verantwortlichen und den Kraftwerksbetreibern deutlich machen, dass deren derzeitigen Pläne in der Bevölkerung keinerlei Rückhalt finden.
Ein Redner: „Stopt den Kohleklotz!"
Den geplanten Bau des Steinkohlekraftwerks stellen sie in Zusammenhang mit vielen anderen Großprojekten im Rhein-Main Gebiet.
Die Rednerin Petra Schmitt von der BI gegen die Flughafenerweiterung in Frankfurt sieht für die Rhein-Main Region die Grenzen des Wachstums überschritten. Alle neue Großprojekte würden die Umweltbelastung in der Region noch zusätzlich verschärfen. Und so fordert sie, während der Wiesbadener Demozug in Richtung Mainz loszieht, eine Gesamtbelastungsstudie, und bis zur Vorlage dieser Studie ein Moratorium für alle anstehenden Neu- und Ausbauten von Großprojekten der Infrastruktur im Rhein-Main Gebiet.
Am unteren Teil der Theodor-Heuss Brücke auf Mainzer Seite treffen sich die beiden Demonstrationszüge. Sie ziehen zum Gutenbergplatz wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.
Die Mainzer Befürworter des Kohlekraftwerks stehen mehr und mehr isoliert da:
Rund 60.000 Einwendungen von Mainzer BürgerInnen gegen das Kohlekraftwerk waren bei der Genehmigungsbehörde nach Ablauf der Einwendungsfrist im Februar diesen Jahres eingegangen. Ebenso haben sich diverse Gemeinden per Einwendung gegen das Kohlekraftwerk ausgesprochen, so z.B. Wiesbaden, Hochheim, Eltville, Kostheim oder der Rheingau-Taunuskreis.
Jetzt hat auch die Mainzer CDU bei einem Sonderkreisparteitag einen einstimmigen Beschluss gefasst, für den Bau eines neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks und gegen den bisherigen Plan, ein modernes Steinkohleheizkraftwerk zu errichten. Denn immer mehr CDU-Mitglieder hatten die Wirtschaftlichkeit des geplanten 1,2-Milliarden-Euro-Projekts in Frage gestellt. Noch hat die Kraftwerke Mainz/Wiesbaden die Chance, umzusteuern und auf klimafreundlichere Alternativen zu setzen.. Mit jedem Tag, den sie aber an ihren Plänen festhalten setzen sie nicht nur viel Geld in den Sand, sondern verlieren auch wertvolle Zeit.
Am Gutenbergplatz fordert Sven Giegold von BUND und Attac fordert die konsequente Vorreiterrolle Deutschlands und Europas in der Welt. Das sei eine Vorbedingung dafür, dass Entwicklungs- und Schwellenländer denselben umweltpolitschen Wandel vollziehen. Und da habe die Politik in Mainz eine internationale Verantwortung.
Dr. Gunther Schwarz von den Ärzteinitiativen in Mainz und Wiesbaden hebt die Kompetenz der Ärzteinitiativen hervor, wenn sie fundiert und wissenschaflich belegen, dass Kohlekraftwerke absolut gesundheitsschädlich sind und zählt die schlimmsten zu erwartenden gesundheitlichen Gefährdungen auf. Er kritisiert den Versuch der Mainzer SPD, den Ärzteinitiativen Panikmache vorzuwerfen. Die Landesärztekammer war aufgefordert worden sich offiziell von ihnen zu distanzieren. Diese aber stellte sich hinter ihnen und lehnt ebenso den Bau des Mainz-Wiesbadener Kohlekraftwerks ab.
Ein weiterer Redner von den Ärzteinitiativen, Dr. Michael Wilk, stellt fest, dass die Weichenstellung für den Brennstoff Kohle bedeutet, dass der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde Strom verdoppelt wird. Es sei zukünfig mit einer Vervierfachung des C02-Ausstoßes zu rechnen. Er warnt vor den gesundheitlichen Gefahren bei der Erhöhung der Feinstaubrate.
Frau Prof. Dr. Margareta Kulessa rät, im Namen der UnterzeichnerInnen des Offenen Briefes der WirtschaftwissenschaftlerInnen, das Kohlekraftwerk allein aus betriebswirtschaflicher Sicht, nicht zu bauen. Sie warnt angesichts des hohen Investitionsrisikos der Städte Mainz und Wiesbaden vor einem wirtschaftlichen Abenteuer.
Es folgen einige Stellungnahmen von DemonstrantInnen.
Weitere Videos zum Thema Demos und Proteste gegen das Mainzer Kohlekraftwerk:
April 2008:
Rathausbalkonbesetzung Wiesbaden - Gegen Kohlekraftwerk (4:34 min.)
http://de.youtube.com/watch?v=CiZOKybeo1o
Dezember 2007:
CO2-neutrale Fahrraddemo in Mainz-weltweiter KlimaAktionstag (7:27 min.)
http://de.youtube.com/watch?v=RiZSODzM89U
Mai 2007:
Demo gegen Neubau eines Kohlekraftwerks-Mainz/Wiesbaden (7:46 min.)
http://de.youtube.com/watch?v=WYtMMWunrpg&feature=related
Wir haben in Deutschland nach wie vor ergiebige Kohlevorkommen. Deswegen ist Kohle meiner Meinung nach die sinnvollste fossile Energiequelle. Wie gefährlich eine auf dem Ausland angewiesene Energiepolitik ist kann man schon an der Aussenpolitk der USA sehen.
Es wäre zwar schön, wenn wir unseren Bedarf mit regenerativen Energien (Wasser, Wind, Sonne) decken würden, doch bleibt das wohl eine Utopie bis wir ENDLICH aufwachen. Bis dahin ist Kohlekraft wohl das geringste Übel...
Pseudodrache 3 years ago
Sehr schön! Wir wehren uns!
SGESupporter92 3 years ago
Gute Dokumentation!
Damit trägst Du zur Information über die Protestbewegung und deren Argumente gegen das geplante Kohlekraftwerk bei und verschaffst Ihr eine größere Plattform. Du wirkst unermüdlich als "Medium der Gegenöffentlichkeit" und setzt dem populistischen Sensations-, Gefälligkeits- und Vip-Journalismus etwas "Handfestes" entgegen; dafür solltest Du einmal einen "Vielfalts-Verdienstorden" bekommen!
doda2010 3 years ago
verkaufs offener AFFENHANDEL
65239Fighter 3 years ago
Sehr schön! Danke für die Dokumentation!
Gruß,
Tom
Tomosx 3 years ago
Hi Querdenker,
mal wieder vielen Dank für die gelungene Zusammenfassung.
Leider konnte ich bei der Demo ja nicht dabei sein. Tolle Redner, so weit ich sehen kann, viele Leute, die sich endlich für das Thema interessieren.
Wir schaffen es noch, diesen Klotz zu verhindern!
Hoffnungsfroh
Tina
querstachel 3 years ago