Uploaded by siggimarl on Dec 2, 2009
Junge Familie und Stadt Marl erhalten den Westfälisch-Lippischen Preis für Denkmalpflege
Den mit 7000 Euro, einer Urkunde und einer Plakette für private Denkmaleigentümer dotierten Westfälisch-Lippschen Preis für Denkmalpflege erhalten Sascha Töreki und Karin Hahn-Töreki aus Herten-Westerholt für die vorbildliche Restaurierung ihres nach dem Stadtbrand im Jahre 1808 errichteten Fachwerkgebäudes. Den Westfälisch-Lippischen Preis für kommunale Eigentümer, der mit Urkunde und Plakette ausgestattet ist, geht an Herrn Bürgermeister Werner Arndt für die Stadt Marl in Anerkennung der behutsamen Instandsetzung des Adolf-Grimme-Institutes, das nach Plänen des Architekten Günter Marschall in den Jahren 1953-1955 als erste deutsche Volkshochschule errichtet worden ist.
Anerkennungen erhalten darüber hinaus Wolfgang Werner für die beeindruckende und mutige Umnutzung der ehemaligen Zeche Holland 1/2 in Gelsenkirchen-Ückendorf, Carsten und Jörg Ackermann für die sensible Sanierung des Thorn-Prikker-Hauses in Hagen und die Evangelische Kirchengemeinde Dortmund-Eving für den Umbau der Evangelischen Kirche in Eving zu einem Gemeindezentrum unter Beibehaltung der liturgischen Funktion.
„Die beiden preisgekrönten und die mit Anerkennungen ausgezeichneten Baudenkmäler, spiegeln, so der für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege zuständige Minister Lutz Lienenkämper in seiner Laudatio, „das Aufgabenspektrum, das Engagement und die Problemlage in Denkmalschutz und Denkmalpflege. Sascha Töreki und Karin Hahn-Töreki haben als private Denkmaleigentümer mit ansteckender Begeisterung, viel Eigenleistung und über die Jahre erworbenem Sachverstand ein kleines, das Ortsbild von Westerholt prägendes Fachwerkhaus restauriert. Die Stadt Marl hat mit der Sanierung des Adolf-Grimme-Institutes bewiesen, dass auch ein Gebäude aus den 1950er Jahren gleichzeitig energetisch optimiert und denkmalgerecht saniert werden kann.
Zukunftsweisende Konzepte für Umnutzungen schließlich zeichnen die Denkmäler aus, die mit Anerkennungen ausgezeichnet worden sind: Der Umbau der Kirche in Dortmund-Eving steht für eine immer stärker ins Blickfeld rückende Bauaufgabe. Viele Kirchengemeinden können angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und rückläufiger Einnahmen ihre Baudenkmäler nur halten, wenn sie diese multifunktional nutzen und dafür andere Bauten aufgeben können. „Der Einbau von hochwertigem Wohnraum in die fast schon zur Ruine heruntergekommene Zeche Holland 1/2 zeigt, so Minister Lutz Lienenkämper über das ebenfalls mit einer Anerkennung versehene Baudenkmal in Gelsenkirchen-Ückendorf, „dass Investitionen in den denkmalgeschützten Bestand auch wirtschaftlich interessant sein können. Die am Bestand orientierte und die historischen Spuren respektierende Sanierung des Thorn-Prikker Hauses am „Stirnband im Hagener Stadtteil Eppenhausen, das auf Initiative von Karl Ernst Osthaus in einer Siedlung mit „vorbildlichen Häusern entstand, schließlich belegt, dass privates Engagement auch für einst städtische Gebäude benötigt wird.
Hintergrund:
Der Westfälische Preis für Denkmalpflege wird seit 1994 alle zwei Jahre verliehen. Er ist vom Ministerium für Bauen und Verkehr mit 7000 € dotiert. Mitglieder der Jury sind: Emanuela von Branca, Freiherr Georg von Brenken, Karola Geiß-Netthöfel, Dr. Markus Harzenetter, Dr. Edeltraud Klueting, Freiherr Felix zu Knyphausen, Dr. Paul Artur Memmesheimer, Reinhard Miermeister, Dr. Birgitta Ringbeck, Dr. Thomas Otten, Svenja Schrickel, Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Christiane Underberg, Andreas Thiemann, Bodo Zapp, Albert Simons von Bockum-Dolffs. Die Auszeichnung ist in erster Linie für Denkmaleigentümer bestimmt, die ihre Denkmäler in beispielhafter Weise erhalten, nutzen und pflegen. Über die Anerkennung des speziellen Falls hinaus soll damit auch deutlich gemacht werden, dass die Erhaltung und Pflege des reichen kulturellen Erbes vor allem den vielen, meist privaten Eigentümern zu verdanken ist, die mit großem Engagement auch für die Allgemeinheit einige Lasten und Mühen auf sich nehmen. Die diesjährige Preisverleihung findet am 29. November im Adolf-Grimme-Institut in Marl statt.
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