Alert icon
We're changing our privacy policy. This stuff matters.  Learn more  Dismiss

Ödipus auf Kolonos

Loading...

Sign in or sign up now!
Alert icon
Upgrade to the latest Flash Player for improved playback performance. Upgrade now or more info.
6,059
Loading...
Alert icon
Sign in or sign up now!
Alert icon

Uploaded by on Mar 14, 2008

Ödipus auf Kolonos
von Sophokles

Premiere am 27. September 2007, Schauspielhaus

Übersetzung: Kurt Steinmann

Sophokles ist bereits 90 Jahre alt und steht kurz vor seinem Tod, als er noch ein allerletztes Mal auf eine Geschichte zurückkommt, die er mit seinem KÖNIG ÖDIPUS schon 20 Jahre zuvor behandelt hatte. Damals hatte die Pest in Athen gewütet. Und so erschütternd es für die Bürger auch geklungen haben mag, wenn sie sich selber als Chor reden hörten: "Es sengt und brennt der Gott der Seuche", so erlösend muss es andererseits für sie gewirkt haben, dass wenigstens im Theater sich ein symbolischer Sündenbock fand, der unwissentlich schuldig war an einem Verbrechen, das später für Sigmund Freud zur heimlichen Grundlage der europäischen Familien-Neurose überhaupt wurde: Ödipus, der Vatermörder, der seine Mutter geheiratet hatte.
Jetzt, 20 Jahre später, sucht der alte und blinde Ödipus nach langen Irrwegen nur noch eine letzte Ruhestätte, um in Frieden sterben zu können. Er findet sie, begleitet von seinen Töchtern Antigone und Ismene, die nicht vom Vater lassen können, in einem friedvollen Heiligtum der Eumeniden-Göttinnen in Kolonos, einem Vorort von Athen, in dem wohl auch Sophokles selber geboren wurde. Noch ein allerletztes Mal holt den leidgeplagten Ödipus seine Vergangenheit ein: Immer noch wird er verfolgt vom rachsüchtigen Kreon, in dessen Gestalt die Athener sofort eine beißende Kritik am blindwütigen Machthunger ihrer neuen Politiker erkennen konnten. Aber: Gegen alle Verfolgungen findet Ödipus Schutz in der Domäne eines wahrhaft humanen Herrschers. In Theseus verehrten die Athener einen mythischen König, der ihre verschiedenen Gemeinden überhaupt erst zur friedvollen Einheit einer Weltstadt zusammengeschlossen hatte.
In die Gestalt des geduldig verständnisreichen Theseus legt Sophokles am Ende seines Lebens noch einmal seine letzte Kraft politischer Hoffnungsvision. Im Innersten bewegt ihn in dieser Tragödie jedoch noch ein anderer Gedanke: "Vieles legen die langen Tage ja nieder", sagt der Dichter mit der Stimme des Chors, und fügt altersmüde hinzu: "näher der Trauer; das Freudebringende aber, nirgends kannst du es sehen, wenn einer ins Alter gestürzt ist über Gebühr". Wohl kaum hört man in einer griechischen Tragödie Ergreifenderes als in diesen Worten, die dem eigenen Sterben entgegensehen.

Der Theater- und Opernregisseur Jossi Wieler hat an den Kammerspielen WOLKENHEIM, ALKESTIS (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2002), DAS FEST DES LAMMS, MITTAGSWENDE (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2005), DIE BAKCHEN und zuletzt ULRIKE MARIA STUART von Elfriede Jelinek inszeniert.

Regie Jossi Wieler
Bühne Barbara Ehnes
Kostüme Nadine Grellinger
Dramaturgie Tilman Raabke
Musik Wolfgang Siuda, Charlotte Hug
Licht Max Keller

Mit: Stephan Bissmeier, Anna Böger, Rena Dumont, Caroline Ebner, Angelika Fink, Charlotte Hug, Sylvana Krappatsch, Hans Kremer, Lena Lauzemis, Annette Paulmann, Edmund Telgenkämper

Category:

Entertainment

Tags:

License:

Standard YouTube License

  • likes, 2 dislikes

All Comments

Adding comments has been disabled for this video.
Alert icon
0 / 00Unsaved Playlist Return to active list
    1. Your queue is empty. Add videos to your queue using this button:
      or sign in to load a different list.
    Loading...Loading...Saving...
    • Clear all videos from this list
    • Learn more