Energieholzernte Köllitsch

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Uploaded by on Feb 3, 2011

Köllitsch (TZ). Auf großes Interesse stieß gestern trotz des widrigen Wetters der Praxistag „Energieholzernte" im Köllitscher Lehr- und Versuchsgut. Gut 100 Teilnehmer fanden den Weg nach Ostelbien, um neben zahlreichen Fachvorträgen unter anderem auch der Beerntung einer fünf Hektar großen Fläche durch einen Standardhäcksler mit Gehölzerntevorsatz beizuwohnen. Das Lehr- und Versuchsgut verfügt über insgesamt gut zehn Plantagen-Hektar, auf denen sogenannte Pappel- und Weidenklone angebaut werden. Im Vergleich dazu gibt es sachsenweit nach Angabe von Reik Becker vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie etwa 200 Hektar. Bundesweit sind es mittlerweile circa 3000 Hektar. „Das Energie-Holz ist eine Spezialzüchtung, die im Vergleich zu normalen Waldflächen etwa doppelt so viel an Trockenmasse produziert", erläuterte Becker.
Mindestens ebenso interessant wie die Vorführung des Häckslers waren für die Teilnehmer auch die Informationen über ein neuartiges Trocknungsverfahren für die anfallenden Hackschnitzel. Hierfür verantwortlich zeichnet die Technische Universität Dresden. Dr. Joachim Brummack von der Fakultät Maschinenwesen wies auf das Besondere des Verfahrens hin. Demnach werden die Hackschnitzel in einem Flachsilo eingelagert. Die dabei entstehende Eigenwärme der Hackschnitzel werde ohne weitere Zuführung von Energie zur Trocknung verwendet. „Das Prinzip ist mit einem Kamin vergleichbar", sagte Brummack. Warme und feuchte Luft steige durch ein Abluftsystem nach oben, wo sie entweicht. Dadurch werde kalte und trockene Luft von unten automatisch nachgeführt.
Ondrej Kunze, Leiter des Lehr- und Versuchsguts, zeigte sich am Ende des Tages hoch auf zufrieden. Die Teilnehmerzahl sei deutlich größer gewesen, als man erwartet habe. Selbst aus Polen und Tschechien seien Teilnehmer angereist gewesen. „Das zeigt, dass das Interesse an Energieholzgewinnung derzeit groß ist", bemerkte Kunze. Dabei verwies er auch auf das Energiekonzept der Einrichtung. Dieses sieht vor, dass die Bauten des aufwendig sanierten Lehr- und Versuchsguts künftig 75 bis 80 Prozent ihres Energiebedarfs aus regenerativen Energien decken. Demnach bräuchte nur noch ein Viertel aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden.

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