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Worst Case - Ein Tag in der Werbung

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Uploaded by on Feb 15, 2007

„Worst Case: Ein Kurzfilm von Bernd Schaarmann

Von Edgar Hohenwiehe

Ich bin der, der schon mal in einer Firma gearbeitet hat. Mit Mitte zwanzig so was schon! Alle haben mich gewarnt und gesagt, nicht zu früh an dieser Scheiße riechen. Ich tat es, nun bin ich aber wieder draußen. Wie kann man davon berichten?

Ich wusste es nicht. Dann sah ich den Kurzfilm „Worst Case. Er enthält die Details, für die man kaum Worte findet.
Die Praktikanten, die ausgebeutet und angepasst werden, die Menschen, deren Persönlichkeit bedeutungslos ist, die und das in der kreativen Werbebranche- funktionierende Roboter zu sein haben, die innerlich Ausgeräumten, die innerlich Ausgeräumtes an eine Menge an Leuten transportieren, die damit auch um ihr letztes Fünkchen Individualität gebracht werden sollen. In der Welt, die dabei herausgekommen ist, ist niemand von den ‚Machern für irgendetwas verantwortlich. Die Ergebnisse sind allen egal, bis auf irgendeinen Schönling, der das dann „worst case nennt.

Zuerst denkt man bei dem Film: das ist doch Achtzigerjahre-Witz. Okay, Werbebranche, Marketing-Geschwätz, Americanhohl-Sprache. Aber hier geht es doch mitten ins Herz der Gegenwart. Hier sind die Brüche bei allen schon spürbar, sinnbildlich eine ausgequetschte Sushi-Rolle.

"Worts Case" von Bernd Schaarmann ist von der Regie und von Schauspielern her besonders gut gemacht. Während der sieben Minuten Glitzerwelt changieren die Gefühle des Zuschauers zwischen amüsiert und angewidert. Der Film bleibt haften.

Auch, weil er dieses Bittere so sehr trifft: Die miesen Witze über die Menschenmatschmaschinerie berühren die Arbeitswelt gar nicht. Die machen in ihrer Denk- und Sprachsektiererei einfach weiter, klammern den Rest des Lebens aus und wollen alle bekehren zu Kommerzleere.

Was für uns nur noch blöd ist, ist da drinnen deren echter Ernst. Die da, die bekommen auch noch das Gefühl, sie bestimmten die Welt, wenn ihr Scheingebilde wie beim Bankencrash zusammenbricht und die grauen Konsumenten da draußen gezwungen werden, sie zu stützen. Jeder gesundes Menschenverstand bleibt vor der Tür in dieser abgeschotteten Schwachsinnsarbeitswelt. Jede Kulturstufe bleibt vor der Tür.

Ich habe es erlebt. Und mit dem Film „Wort Case nochmal durchlebt. Spart Euch alles, seht nur den Film.

Aus: http://www.librithek.de/filmo.htm
das literarische nachrichtenmagazin

Worst Case, Kurzfilm

Comedy, 7 Minuten

Regie: Bernd Schaarmann
Mit Haydar Zorlu, Imke Brügger, Nils Julius, Dörte Freund, Daniela Gnädig

Schnitt: Rainer Nelissen
Kamera: Philipp Pfeiffer
Produktion: Marco Herten
Musik: Stefan Ziethen
Drehbuch: Klaus Gieraths
Casting: Dana Cebulla

  • likes, 2 dislikes

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Top Comments

  • vòll_geil_gèbt_mÄl_bÊÎ_gOoglë:­_geldeasy_ÈÍÑ_vÒll_krÅss

  • Sehr genial! Besonders wenn man weiss, dass es _wirklich_ so zugeht. Naja, nicht zu 100% aber zu mindestens 90% ;)

Video Responses

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All Comments (9)

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  • geil xDD.Bei mir lernen Praktikanten wenigestens noch was.Einer von wenigen sätzen wo kein Englisches Wort vorkommt^^

  • -.-

  • TOP!!!!

  • Perfekt gezeichnete Charaktere, schöne Bilder, prima Musik. Und offenbar ziemlich treffende Geschichte!

    Übrigens: Falls diese Praktikantin irgendwann einen neuen Job sucht...

  • gefällt mir richtig gut.

    eine tolle Ironie

  • Best actor i´ve ever worked with.

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