Frauen, die malen, sind hartnäckig.
Linien, die scheinbar endlos mäandern oder festumrissene Formen bilden und die ohne ein erkennbaren kompositorisches Prinzip die Fläche der Leinwand voll ausschöpfen, bilden die für Lee Krasner (*27.10.1908 + 19.06.1984) typischen All-over-Strukturen.
Mit ihrer Vorliebe für ungegenständliche Kompositionen in reduzierter Farbgebung gehört die in New York geborene Künstlerin zu den wenigen weiblichen Vertretern des Abstrakten Expressionismus, einer Strömung der modernen Malerei des 20. Jahrhunderts. Bereits während ihrer Schulzeit zeigte sie großes Interesse für die Kunst und wird später an verschiedenen Akademien New Yorks ausgebildet.
Sie war mit Jackson Pollock (1912-1956), einem der wichtigsten /männlichen/ Vertreter der abstrakten Malerei, verheiratet. Nach Pollocks frühen Unfalltod und eigener Schaffenskrise entstanden Serien wie die sogenannten Nachtbilder, die Themen wie Geburt und Tod behandeln. Anschließend arbeitete sie in der Collagetechnik, die in ihrer lebendig-vitalen Farb- und Formgebung Krasners immense Kraft zur künstlerischen Erneuerung bezeugen.
Text: Harenberg Kalender, Kunst 2009
Mucke: Steve Bug feat. Virginia, All I need
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