10:00 Uhr: Das Flüchtlingslager Gung Jor ("Happy Hill") ist im Gegensatz zu den Karen Lagern weiter südlich ein "offenes" Camp. Das heisst, es gibt keinen Stacheldraht drum herum und die Eingänge werden nicht von der thailändischen Armee kontrolliert. Theoretisch können die Flüchtlinge nach Belieben ein- und ausgehen. In der Praxis werden sie natürlich verhaftet, wenn sie ohne Identitätspapiere ausserhalb des Lagers aufgegriffen werden. Thailand hat durch die Kriege in Vietnam, Laos, Kambodscha und Burma ein massives Flüchtlingsproblem und zögert nach wie vor die Genfer Flüchtlingskonvention von 1949 zu ratifizieren. Obwohl das Land die Vertriebenen auf der Basis der Menschlichkeit nach Kräften unterstützt, gelten sie vor dem Recht nicht als Flüchtlinge und haben damit keinen Anspruch auf UNHCR Pässe, mit denen sie reisen oder Arbeit suchen könnten. In der Statistik tauchen sie daher als "Illegal Migrant Workers" oder einfach als "Displaced People" auf und bewegen sich permanent in der Grauzone der Rechtlosigkeit.
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