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2009-03-12

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Uploaded by on Mar 13, 2009

ad UNO-Drogen-Konferenz : demo and info infront of UNO Vienna ...

Präsident Morales im STANDARD-Gespräch: "Suchen Partner, keine Herren" - Kontrolle über Bodenschätze soll nie mehr aufgegeben werden ...

Die Frage, ob er vor den Teilnehmern der UNO-Drogenkonferenz am Mittwochvormittag in Wien tatsächlich ein Kokablatt gekaut habe, bejahte Evo Morales lachend. "Die Konferenzteilnehmer haben auf meine Verteidigung des Kokablatt applaudiert" , sagte der 49-jährige Präsident Boliviens am Abend zum Standard. Der frühere Indioführer, der selbst Kokabauer war, sei nach Wien gekommen, weil ihn sein Einsatz für die Entkriminalisierung der "geheiligten Pflanze" an die Spitze seines Landes gebracht habe. Zum Einwand, dass der Internationale Suchtstoffkontrollrat erst voriges Jahr Koka neuerlich als illegal wie Kokain und Heroin eingestuft habe, sagte Morales: "Ja, sie wollen uns das Kauen von Kokablättern verbieten. Aber sie irren sich. Internationale Normen müssen Kultur und Tradition der Völker respektieren. Das Kokablatt ist nicht nur Symbol unserer Identität als Andenvolk, sondern auch Medizin." So werden Blätter in den Höhen der Anden als Mittel gegen den Hunger und bei religiösen Zeremonien gekaut.
Früher habe man ihn bei den Vereinten Nationen nicht einmal eingelassen, meinte Morales vor Journalisten, denen er versicherte, dass Bolivien den Kampf gegen das in Labors gewonnene Suchtgift Kokain voll unterstütze. Beim Kokablatt stütze sich die Drogenbehörde auf falsche Studien aus dem Jahr 1950. Damals wurde die Tradition der Andenbevölkerung, wenn schon nicht als Sucht, so doch als schlechte Gewohnheit bezeichnet. Sie dränge die Menschen als Hungerstiller in einen Teufelskreis der Unterernährung, führe zur Verwahrlosung, hindere die Menschen am sozialen Aufstieg. "Ich habe zwischen 1980 und 1990 regelmäßig Kokablätter gekaut" , sagte Morales. "Bin ich vielleicht unterernährt oder verwahrlost?" Man hätte ihn wohl nicht zum Präsidenten gewählt, wenn das Koka-Kauen solche Folgen hätte.
Zur Situation in Bolivien meinte Morales, dass er seine erste große Herausforderung geschafft habe. 61 Prozent der Bevölkerung haben seiner neuen, "plurinationalen" Verfassung zugestimmt. Nach den Spannungen der Zentralregierung mit den reichen Provinzen gefragt, sagte Morales, dass nicht alle diese Aussöhnung wollten. Manche wären nicht bereit, einen Indio als Präsidenten zu akzeptieren. Er selbst und seine sozialistische Partei MAS haben aber seit 2005 in vier Wahlgängen mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht. ...

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