„Onkel″ - von den Häftlingen auch liebevoll „Schiefmaul″ genannt - war der Spitzname für den Offizier im besonderen Einsatz (OIBE) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Bautzen II mit dem Auftrag, die Spitzeltätigkeit in Mielkes „Privatknast″ zu leiten. Insbesondere mit dem Gesetz der DDR in Konflikt geratene ehemalige Angehörige der Firma oder der bewaffneten Organe eigneten sich vorzüglich für die „Wiedergutmachung″. Das Argument lautete meist: „Wollen Sie etwas für den Frieden tun?" Wer daraufhin die Spitzeltätigkeit ablehnte wurde sogleich als Unbelehr, als „Klassenfeind", „Kriegshetzer" abgestempelt.
Fast schon dramatisch, wie hier eine Riesenchance im wahrsten Sinne des Wortes - und schiere Ironie - "grausam" in den Sand gesetzt wurde. Einmal mehr zeigt sich am Beispiel DDR wie letztendlich alle Formen der Politik scheitern. Die so genannte Demokratie kann ja auch aus guten Gruenden sehr in Frage gestellt werden. Sozialismus gut, Kapitalismus gut? So einfach ist das nicht.
Miguel53de 1 year ago