FUNDGESCHICHTEN: Raubfund - Salomonischer Richterspruch zu einer keltischen Goldmünze

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Uploaded by on Mar 31, 2011

Frechen. Es war ein salomonisches Urteil zur Archäologie in NRW, das eine kleine keltische Goldmünze in Museumsbesitz gebracht hat. Die Münze wechselte durch einen höchst ungewöhnlichen Vergleich im Jahr 2008 aus dem Besitz eines Raubgräbers in das Eigentum der öffentlichen Hand. Mithilfe einer Ein-Euro Münze entschieden die Richter per Münzwurf über das Schicksal des Fundes. Ab dem 16. April ist die Goldmünze in der Ausstellung "Fundgeschichten" über neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen.

Funde von keltischen Goldmünzen sind in NRW sehr selten. Umso bedeutender ist diese Münze, ein sogenanntes keltisches Regenbogenschüsselchen oder "Goldstater", das die Polizei im Jahr 2008 zusammen mit zahlreichen weiteren Objekten aus der Sammlung eines bekannten Raubgräber aus Frechen (bei Köln) beschlagnahmte.

Die Münze wurde im 1. Jahrhundert vor Christus in Britannien erstellt und zeigt auf der Vorderseite das lorbeerbekränzte Haupt des Gottes Apollo, auf der Rückseite ein Pferd in vollem Lauf. Wo und wann die Münze gefunden wurde, konnte auch im Laufe des aufwändigen Gerichtsverfahrens gegen den Raubgräber nicht geklärt werden - und damit bleiben zahlreiche wissenschaftliche Fragen unbeantwortet. Denn der gesamte Fundzusammenhang ist unbekannt - und damit gehen eventuell neue Erkenntnisse über Handelswege oder die Verbreitung und Ausdehnung der keltischen Kultur im Rheinland in Zusammenhang mit diesem Fund verloren.

So klein diese keltische Goldmünze mit ihren knapp 2 Zentimetern Durchmesser und 5,36 Gramm auch ist - sie ist für die Archäologie ein "doppeltes Schwergewicht", wie Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock meint. "Weil sie selten ist und weil sie deutlich macht, was für ein großer Schaden Raubgräberei für Wissenschaft und Öffentlichkeit bedeutet."
Das LWL-Museum präsentiert in der Sonderausstellung "Fundgeschichten" die spektakulärsten Archäologie-Funde aus dem Boden Nordrhein-Westfalens. Über 1.000 Objekte, geborgen in den vergangenen fünf Jahren, vom Urzeittier bis zum Bomber des Zweiten Weltkrieges zeigen die archäologischen "Bodenschätze" der Region. Jedes Objekt hat eine eigene Fundgeschichte, von der ersten Spurensuche und Bergung bis zur aufwändigen Restaurierung.

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All Comments (3)

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  • sowas ist bestimmt anfechtbar! Man kann auch kein Leben mit einem Münzwurf eintscheiden oder schon?

  • ich wette bei der nebra hättens nich "gewürfelt"...

  • Der Liebe Lutz Geier..:-))

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