Protestaktion gegen Energieabkommen mit Brasilien
Bannerenthüllung und Großpuppenaktion in Bonn gegen Regierungspakt zur Regenwaldvernichtung und Verschärfung der Nahrungsmittelkrise
Bonn/Berlin, 12. Mai 2008 Einen Tag vor der geplanten Unterzeichnung des deutsch-brasilianischen Energieabkommens während der Brasilienreise von Bundeskanzlerin Angela Merkel protestieren AktivistInnen des INKOTA-netzwerks und des Aktionsbündnis „Gerechter Welthandel" und von Rettet den Regenwald" vor dem Bundesumweltministerium in Bonn gegen die angestrebte Intensivierung der Agrospritimporte aus Brasilien nach Deutschland. Entgegen der Aussagen der brasilianischen Regierung entspricht die dortige Ethanol-Produktion weder sozialen Mindeststandards, noch ist sie ökologisch nachhaltig. Die Ausweitung des Zuckerrohranbaus führt zur Verdrängung kleinbäuerlicher Nahrungsmittelproduktion. Außerdem erschließt die Agrarindustrie immer neue Flächen und bedroht einmalige Naturlandschaften im Cerrado oder der Amazonas-Region.
Während in Bonn die Konferenzen zum Erhalt der biologischen Vielfalt beginnen, will die Bundeskanzlerin Merkel in Brasilien ein Abkommen unterzeichnen, dass zu Regenwaldvernichtung und Naturzerstörung beiträgt. Allein in den Bundesstaaten Mato Grosso und Pará in Amazonien wurden im ersten Quartal 2008 dreimal soviel Regelwaldflächen abgeholzt wie im Vorjahr, insbesondere aufgrund der steigenden Weltagrarpreise. Das Abkommen ignoriert ferner, dass im brasilianischen Zuckerrohranbau nach wie vor oft unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen. 19 Todesfälle sind allein für den Bundesstaat Sao Paulo dokumentiert, über 3000 Zuckerrohrarbeiter wurden im vergangenen Jahr aus sklavenähnlichen Bedingungen befreit. Insbesondere dort wo die Zuckerrohrproduktion wächst, geht der Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Reis und Bohnen drastisch zurück
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Am Sonntag den 18. Mai 2008 veranstaltete ein breites Bündnis internationaler NGO's eine Aktion gegen Biosprit an zwei Bonner Tankstellen. Infomaterial zum Thema Agrosprit und Hunger wurde verteilt. Dabei wurde dem Tankkunden die Wahl gestellt Benzin zu tanken oder symbolisch Nahrungsmittel entgegenzunehmen. Das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel trat mit Einsatz der Großpuppen unterstützend auf. An dieser Stelle bedanken wir uns bei der Bonner Polizei für ihre Kooperation.
Diese Aktion lief im Rahmen der UN-Konferenz COP9 zu Artenvielfalt und Gentechnik; außerdem wurde Bezug genommen auf die Unterzeichnung der Abkommen zum Import von Bioethanol aus Lateinamerika, welche Angela Merkel jüngst unterschrieben hat.
Beendet wurde die Aktion mit einem Demonstationszug durch die Bonner Stadt.
erster ^^
SpornDevil 1 year ago