Charlottenburg: Lutherische Abendmahls-Liturgie in lateinischer Sprache

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Uploaded by on Jul 9, 2009

http://twitter.com/ChoralBerlin

Aus dem Gottesdienst in der Ordnung der Bachzeit zum Johannisfest vom 28.6.2009, 10.00 Uhr, in der evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu Berlin-Charlottenburg: Die lutherische Abendmahlsliturgie. Leitung: Pfr. Prof. Dr. Martin Petzoldt, Leipzig

Choral "Herr Christ, der einig Gotts Sohn", Evang. Gesangbuch 67,
Wochenlied für den letzten Sonntag nach Epiphanias
Herr Christ, der einig Gotts Sohn
Vaters in Ewigkeit,
aus sein Herzen entsprossen,
gleichwie geschrieben steht,
er is der Morgensterne,
sein Glänzen streckt er ferne
vor andern Sternen klar;

Für uns ein Mensch geboren
im letzten Teil der Zeit,
dass wir nicht wärn verloren
vor Gott in Ewigkeit,
den Tod für uns zerbrochen,
den Himmel auggeschlossen,
das Leben wiederbracht:

Lass uns in deiner Liebe
und Kenntnis nehmen zu,
dass wir am Glauben bleiben,
dir dienen im Geist so,
dass wir hie mögen schmecken
dein Süssigkeit im Herzen
und dürsten steht nach dir.

http://twitter.com/ChoralBerlin
http://www.gedaechtniskirche-berlin.de/KWG/index.php

Die Aufnahme und die Erlaubnis zur Veröffentlichung erfolgte mit freundlicher Genehmigung durch das Pfarramt der Gedächtniskirche und den Liturgen (Altaristen).

Ein Charakteristikum der neuen Gebäude sind die gerasterten Wände, die aus insgesamt mehr als 20.000 unikaten Glasfenstern bestehen. Der französische Glaskünstler Gabriel Loire, der Glaswände und Glasfenster für etwa 400 Kirchen allein in Frankreich und zahlreiche weitere in aller Welt entwarf, hatte sie in seiner Werkstatt in Chartres vorbereitet. Besonderes starkes, farbiges Glas wurde in unregelmäßige, kleine Teile zerschlagen, zu quadratischen Formen geordnet und in Betongitter eingefügt. An den Bruchflächen der Glasstücke wird das einfallende Licht zusätzlich gebrochen, ähnlich dem Effekt bei geschliffenen Edelsteinen. In Berlin hängte man die Raster-Elemente dann in die Stahlkonstruktion der Fassaden ein. Nachts wirken die Bauten farbig illuminiert, tagsüber sind die Innenräume in das vorwiegend blau getönte Licht getaucht. Die doppelwandige Konstruktion des Zentalbaus hält den Lärm der nahe gelegenen, belebten Straßen fern. Das gesamte Ensemble der Gedächtniskirche ist mittlerweile denkmalgeschützt und gilt als wichtiges Bauwerk der Nachkriegsmoderne und als eines der Wahrzeichen Berlins. Vielfach wird das Gebäude von Touristen aufgesucht.

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Uploader Comments (ChoralBerlin)

  • Einzigartig ?! Leider nicht die Regel sondern eher eine Aufführung ?!

  • Gottesdienste werden in evangelischen Kirchen nicht "aufgeführt". Die Besonderheit dieses Gottesdienst lag in der Erinnerung der alten Ordnung (siehe Infotext).

  • Das war keine Kritik sondern eher nur eine Frage :-).

  • Nicht?^^Ich bin aber schon dafür, dass wir üblicherweise die Landessprache anwenden....

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All Comments (8)

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  • ich finde das gar nicht schlecht. die luth. kirche ist viel zu "entmystifiziert".

  • natürlich werden gottesdienste aufgeführt, in szene gesetzt. wer mag das ernsthaft bestreiten?

  • Das sind die Wandlungsglocken, die hier absolut korrekt nach lutherischem Verständnis zur Wandlung während der gesungenen Einsetzungsworte geläutet werden. Es fehlt allerdings das Agnus Dei. Die Hochgebete sind nicht notwendig, da sie von Luther aus der Messe entfernt wurden, weil sie ein papistisches Verständnis des Abendmahls beinhalten.

  • War mal in dieser Kirche, einzigartig! Schön Choral und der Professor hat schön gesungen in Latein. Doch ein lutherisches eucharistisches Gebet ist es nicht. Warum die Glocken am Ende? Sonst können die Glocken lauten wenn die Opfergaben konsekriert werden wie in der katolischen Messe.

  • Gute Liturgie lebt sowohl von Tradition, gergelten Abläufen, aber auch Ausprobieren, Experimentieren und Abwechslung.

    Da kann dann mal ein Fallschirm im Gottesdienst von der Decke fallen und ein andermal ein lateinischer Choral gesungen werden.

    Finde es gut wenn das alte Lagerdenken endlich aufbricht. Gott hat hat vielfältiges Leben erschaffen, und in dieser Vielfalt dürfen wir ihm und uns auch begegnen; insofern gefällt mir diese Liturgie!

  • Oh, dann und wann finde ich ein lateinisches Hochamt schon ganz adrett. Grundsätzlich freue ich mich aber vor allem darüber, wenn alte Liturgieformen wieder mal aufgegriffen werden.

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