Pirahã

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Uploaded by on May 8, 2010

Die Sprache der Pirahã
Daniel Everett über das "glücklichste Volk"

Mehr als 60 Mal hat Dan Everett den kleinen Indianerstamm der Pirahã, besucht - das erste Mal vor 30 Jahren. In einem Buch erzählt Everett nun die Geschichte des "glücklichsten Volkes" - und wie die Pirahãs sein Leben veränderten.
"Mein Problem war: Warum sollte ich sie von Gott überzeugen?", so Everett. "Damit sie ein besseres Leben hätten? Das war eine echte Herausforderung." Eine Herausforderung, die er nur mit seiner damaligen Ehefrau annehmen konnte. Karen, eine Missionarstochter, hatte er mit 17 Jahren kennengelernt. Sie holte ihn von den Drogen weg, er entdeckte Gott. Mit ihren drei Kindern ziehen sie an den Amazonas, um die als widerspenstig geltenden Pirahã zu missionieren, die sich seit 200 Jahren weigern, auch nur ein Wort Portugiesisch zu sprechen.

Sie kennen keine Zahlen
Pirahã ist eine extrem schwierige Sprache, die Everett lernen muss. Kein Außenstehender hatte das je geschafft. Es ist eine Sprache, die von einer ganz anderen Art zu denken zeugt. Zahlen zum Beispiel kennen Pirahá nicht. Sie zählen nur "einen" oder "viele" Haken, stellt Everett erstaunt fest. "Als ich veröffentlichte, dass Pirahá nicht zählen, beschimpfte man mich als Rassisten", sagt er. "Man warf mir vor, ich halte sie für dumm. Aber sie sind überhaupt nicht dumm. Sie benötigen einfach keine Zahlen in ihrem Leben. Wenn ich in Berlin bin, brauche ich dort auch keinen Pfeil und Bogen."

Ob sie acht oder zehn Fische erlegen, ist den Pirahá egal. Entscheidend ist, dass sie genug haben. Sie sind selbstbewusst. Sie leben ohne Zahl und Zeit. Denn Everett entdeckt bei seinem Sprachstudium: Die Pirahá kennen keine Form für Vergangenheit, keine für die Zukunft. Sie leben im Augenblick. Für unseren Seinsbegriff ist das unvorstellbar - keine Erinnerungen ans Gestern, kein Blick zurück im Zorn. "Sie wissen schon, was Vergangenheit ist, aber sie reden eben nicht darüber", so Everett. "Vergangenes, Geschichte, hat keine Bedeutung mehr, ist unwichtig für ihr Selbstbild. Das Einzige, was zählt ist, im Heute zu leben."

Leben im Hier und Jetzt
Zufriedenheit statt Ehrgeiz - das spiegelt ihre Grammatik wider, so Everett, der immer mehr zum Sprachforscher wird, aber als Missionar an seine Grenzen stößt. Denn die Pirahã glauben nur an das, was sie sehen. "Sie fragten mich, wie Jesus aussieht", so Everett. "Ich sagte: 'Ich habe ihn nie gesehen.' 'Hat dein Vater ihn gesehen?' 'Nein.' 'Hat irgendein Freund ihn gesehen?' 'Nein, niemand hat ihn gesehen. 'Warum willst du dann, dass wir an ihn glauben?' Sie wollten Jesus nicht. Ich fühlte mich wie ein Narr."

Everett scheiterte am Gottesbeweis. Er beginnt zu zweifeln. An dieser "Entkehrung" zerbricht seine Familie, seine Ehe. Der Missionar kann nicht mehr glauben, aber er findet eine neue Mission: die Sprachwissenschaft. Als prominenter Linguist, wie gerade bei einem Kongress in Berlin, wird er jetzt dazu gehört, wie Sprache und Kultur, wie Sprache und Glück, zusammenhängen können. Diese Erkenntnisse hat er denen zu verdanken, die sein Leben radikal verändert haben: den Pirahã.

www.3sat.de

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Top Comments

  • God i love them, just relaxing on the beach and taking life slowly.. I cant do that, my mind is filled with fears of trying to be sucessful and reach something or be someone!! How blessed that they escaped this madness that caught the rest of us! Who cares if modern medicine makes us live longer by 3 or 4 decades..Whats the point if ur life is lead by society and u cant relax and be by urself!

  • Those Indians look like some chilled out mother fuckers. They get everything they need from the rain forest. Just laying out on the beach near the river.

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All Comments (21)

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  • el alemán esta de la verga !!

    

  • @04Eleskirt04 Ich finde auch, dass jeder die Entscheidung selbst fällen muss, ob es dass riesige Spaghetti-Monster gibt oder nicht.

  • @04Eleskirt04 Mir als Atheist geht es nicht um den Beweis, dass es Gott nicht gibt. Für mich stellt sich nur die Frage, ob Gott relevant ist. Und da kann ich ziemlich sicher behaupten, dass für mich Gott so relevant ist, wie für die Piraha die Tiere in Europa relevant sind. Ziemlich egal...

  • halo people, wie gets dir?

  • 1. Ja, der mickrige Gott, der dir anscheinend vorschwebt, existiert in der Tat nicht. Der Gott der Bibel hingegen schon.

    "Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns." (1 Joh 1,10)

    2. Erbärmlich (und obendrein lächerlich) ist es, so etwas zu schreiben, ohne die Person, der man es schreibt (oder ihr Leben), auch nur ansatzweise zu kennen. "Ich [Jesus] bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben." (Joh 10,10)

  • @TimotheosCauvin

    @ Video

    Dummes leeres Geschwätz.

    1. Sünde? Ich weiß ja nicht was du in deiner Freizeit treibst aber ich bin mir keiner Sünde bewusst, der Kerl existiert einfach nicht.

    2. Die Erfüllung des Lebens ist einem Zauberwesen für nichts tun, Zucker in den Arsch zu blasen? Das ist bestenfalls erbärmlich, du solltest mal anfangen zu leben, dann findest du bestimmt eine richtige Erfüllung und keine geistige Sklaverei.

  • 1. Das Nicht-Sehen, wie Du es nennst, ist gerade Ausdruck der Unversöhntheit, der Trennung von Gott durch das, was man klassischerweise Sünde bzw. Sündenfall nennt.

    2. Wie es dem Menschen eigentlich geht, ist gerade nicht egal: Indem er die Herrlichkeit Gottes wirklich erkennt, verehrt und genießt findet er erst die eigene Erfüllung. "Der Zweck des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu ERFREUEN." (Westminster Shorter Catechism)

  • "Gott hat alles Leben, alle Herrlichkeit, Güte und Erfüllung in sich und von sich selbst, und ist allein in sich und für sich selbst allgenugsam: indem er in keiner Weise irgendeine Kreatur benötigt, die er geschaffen hat, noch auf irgendeine Ehre von dieser angewiesen ist; vielmehr offenbart er nur seine eigene Ehre in, durch, an und über diese. Er allein ist der Grund alles dessen, was ist, von dem, durch den und zu dem hin alle Dinge sind." (Westminster Bekenntnis, Artikel 2.2)

  • @nishiyoshitakasan

    watch?v=DhrfShyRB8M&feature=re­lated

  • @TimotheosCauvin

    Also da sitzt irgendwo ein allmächtiges und allwissendes Superwesen und ist darauf angewiesen, dass ein paar mickrige Säugetier sich um seine Ehre kümmern? PEINLICH!

    Versöhnt? Hä, wann hatten sie den Streit? Könnte es sein das sie die ersten und die einzigen sind, die den Typen je gesehen haben? Das wäre ja sensationell. Eine perverse Moral und Vorstellung vom Glauben hast du da, Hauptsache für ein imaginäres Wesen buckeln, wie es dem Menschen eigentlich geht, ist egal.

  • Eigentlich geht es in der Mission ja auch nicht primär um das Wohl des Menschen, sondern um die Ehre Gottes. Auch sekundär, das Wohl der Pirahas betreffend, liegt Everett falsch. Sie mögen zwar glücklich sein (wobei auch diesem Stamm Mord und Vergewaltigung nicht unbekannt sind) - was aber nützt das unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit, wenn sie mit dem heiligen, gerechten Gott nicht versöhnt sind?! Fazit: Ein Missionar, der von vornherein unter falschen Voraussetzungen gestartet ist!

  • the title in english is cooler lol

    "Don't sleep. There are snakes"

    the german one is kind of boring in comparison

  • Respekt diesem Everett. Was er dort gelernt hat, ist fuer Menschen aus unserer "Zivilisation" eigentlich kaum möglich.

  • göttlich.

  • :-)

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