Vollständige Traskription der Veranstaltung:
http://www.occupyzuerich.ch/2012/01/transkript-des-podiumgesprachs-anders-den...
Öffentliches Podiumsgespräch
"Anders denken -- Visionen für ein neues Wirtschaftssystem"
Experten aus Ökonomie, Physik, Ethik, Psychologie und Soziologie präsentierten visionäre Ideen, die Wege aus der gegenwärtigen Krise aufzeigen.
Ob Bankenkrise, Wirtschaftskrise oder Schuldenkrise, überall wird von Krisen gesprochen. Doch welche Wege führen aus der scheinbar aussichtslosen Situation? Am Podiumsgespräch "Anders denken -- Visionen für ein neues Wirtschaftssystem" diskutierten hochkarätige Wissenschaftler Ideen, Perspektiven und Lösungsansätze, um konstruktive Wege aus der Krise zu finden. Im Anschluss hatten Podiumsbesucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Vorschläge einzubringen. Das Podiumsgespräch wurde von Studierenden der Universität Zürich in Kooperation mit der Schweizerischen Studienstiftung organisiert. Das Podium verstand sich als akademische Plattform für drängende gesellschaftliche Fragen, die aktuell von der Occupy-Bewegung aufgegriffen werden.
Mit:
Prof. Dr. Dirk Helbing, Professur für Soziologie, insb. Modellierung und Simulation, ETH
"Die aktuellen Krisen sind das Resultat starker Vernetzung. Unser Wissen und unsere Erfahrung reichen derzeit nicht aus, um solche komplexen Systeme zu verstehen. Meine Vision ist es, dies zu ändern und dieses neue Wissen für eine besser funktionierende Wirtschaft einzusetzen. Neue Lösungen erfordern einen Paradigmenwechsel - wir müssen lernen umzudenken und unsere Gesellschaft neu erfinden."
Prof. Franz Hörmann, Institut für Unternehmensrechnung, Wirtschaftsuniversität Wien
"Die Menschen erkennen, dass Werte keine Zahlen sind, sondern immer nur im menschlichen Verhalten begründet liegen. Sie begreifen, dass Kooperation auch ohne Tausch möglich und dann sogar einfacher umsetzbar ist und erschaffen, weil sie sich an den natürlichen Ressourcen anstatt den durch Verknappung künstlich erhöhten Preis(blas)en orientieren, eine Welt der persönlichen Entfaltung, in Harmonie und Überfluss."
Prof. em. Dr. rer. pol. Peter Ulrich, Gründer des Institut für Wirtschaftsethik, HSG
"Meine Vision ist eine buchstäblich zivilisierte Marktwirtschaft. Ansatzpunkte ihrer Einbindung in eine vollentfaltete Bürgergesellschaft sind das Eigentumsrecht, das Geldsystem und die Prinzipien der Einkommensverteilung (Grund-, Erwerbs- und Kapitaleinkommen für alle)."
Prof. em. Dr. Mario von Cranach, Präsident des "Netzwerk für sozial verantwortliche Wirtschaft"
"Mittelfristig [ist meine Vision] der Umbau der Finanzwirtschaft als Service Public und Bindung der Geldschöpfung an die Kompetenz der Nationalbank. Langfristig eine Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft, die den künftigen wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen (Schwerpunktverlagerung zu den Entwicklungsländern, Ende des Wachstums) gerecht wird."
Moderiert von Daniel Binswanger, Redaktor des Tages-Anzeiger
Was will die Bewegung eigentlich, ist eine Frage die sich die Bewegung stellt und sie ist damit nicht etwa ganz am Anfang, sondern mitten drin ; )
Thiemann79 1 month ago