Tausende Menschen haben heute in Dresden gegen einen Aufmarsch von Neonazis protestiert. Einem vom Bündnis "Geh Denken" initiierten Sternmarsch zum Theaterplatz schlossen sich nach Angaben der Organisatoren rund 12.500 Menschen an. Die Polizei sprach von einigen Tausenden weniger. Das Bündnis "Geh Denken", dem Parteien und Gewerkschaften angehören, richtet sich gegen die Vereinnahmung des Gedenkens an die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden im Februar 1945 durch Neonazis.
Abstimmen mit den Füßen
Die Demonstrationen starteten um 13 Uhr am Goldenen Reiter, am Neustädter Bahnhof und am Wettiner Platz. Insgesamt fanden 19 Veranstaltungen statt. Die größte von ihnen wurde von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, unterstützt. Zur Abschlusskundgebung auf dem Theaterplatz sprachen unter anderen SPD-Vorsitzender Franz Müntefering, Grünen-Chefin Claudia Roth, Linksfraktionsvorsitzender Gregor Gysi und DGB-Chef Michael Sommer. Zum Auftakt sagte Bundesminister Wolfgang Tiefensee, es sei gut, dass hier so viele Menschen stehen und Flagge zeigen. "Wir müssen die Antidemokraten heute und an jedem anderen Tag in die Schranken weisen." Auf dem Abschlusskonzert traten Künstler wie Smudo, Sebastian Krumbiegel sowie Stephanie und Wolfgang Stumph auf.
Mehr Neonazis als beim 60. Jahrestag
Am Aufmarsch der rechtsgerichteten "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland" (JLO) nahmen laut Polizeiangaben rund 6.000 Neonazis teil. Sie sprach von einem Zuwachs gegenüber dem Aufmarsch zum 60. Jahrestag der Bombardierung. Damals hatte die rechtsextreme Szene etwa 5.000 Gleichgesinnte mobilisiert. Dieses Jahr hatte die Polizei mit rund 4.000 Neonazis gerechnet. Seit Jahren organisieren Neonazis zum Jahrestag der Bombenangriffe 1945 Aufmärsche in der Stadt. Auch dieses Mal gelang es der Stadt nicht, den Aufmarsch zu verbieten.
Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Linken
Ausschreitungen ereigneten sich am Rande einer Kundgebung gegen den Neonazi-Aufmarsch zwischen Anhängern der linken Szene und der Polizei. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, wurden am Albertplatz zwei Polizeiautos umgeworfen. Auf dem Neumarkt wurden Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen. Mehrere Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt. Im Vorfeld des Gedenktages hatten sich bis zu 1.200 gewaltbereite Gegendemonstranten aus der autonomen Szene angekündigt. Tatsächlich zogen rund 3.500 Teilnehmer durch die Dresdner Innenstadt.
Polizeibeamte aus ganz Deutschland im Einsatz
Die Polizei zog am Abend ein insgesamt positives Fazit. "Unsere Taktik ist aufgegangen. Durch die strikte Trennung der Aufzüge konnten wir gegenseitige Provokationen und Auseinandersetzungen verhindern", sagte Polizeipräsident Dieter Hanitsch. Der Polizeieinsatz sei der größte Einsatz der Dresdner Polizei in der jüngeren Vergangenheit gewesen. Über 4.000 Polizisten aus mehreren Bundesländern waren in Dresden im Einsatz.
Gedenk-Wochenende in Dresden
Dresden erinnert an diesem Wochenende an die Zerstörung der Stadt vor 64 Jahren. Sie war am 13. und 14. Februar 1945 durch Angriffe alliierter Streitkräfte in Schutt und Asche gelegt worden. Schätzungen zufolge starben damals bis zu 25.000 Menschen.
Der Morgen begann mit Friedensgebeten und Gottesdiensten in Kirchen und der Synagoge. Danach gingen tausende Dresdner zum Altmarkt, wo einst zahlreiche Bombenopfer verbrannt worden waren. Oberbürgermeisterin Helma Orosz eröffnete dort eine neu gestaltete Erinnerungsstätte.
Weiße Rose als Zeichen der Versöhnung
Bereits gestern Abend läuteten für 15 Minuten alle Kirchenglocken der Stadt. Tausende Menschen gedachten mit Kerzen rund um die Frauenkirche der Opfer der Bombennacht. Zuvor hatten tausende Dresdner auf dem Heidefriedhof der Opfer des Krieges gedacht. An dem offiziellen Gedenken nahmen neben Dresdner und sächsischen Politikern Vertreter der USA und Großbritanniens teil. Zugegen war auch eine Delegation aus Coventry, der Partnerstadt Dresdens. Als Symbol für die Überwindung von Krieg, Rassismus und Gewalt trugen viele Teilnehmer der Gedenkveranstaltung eine weiße Rose.
http://www.mdr.de/nachrichten/6130879.html
Ünglaublich_sucht_mäl_ÑÂch:_geldeasy_Âüf_gÕôgle
shellyFulkerson36654 9 months ago 8
LOL, beispiellose gewalt gegen die polizei, du solltest weniger drogen nehmen
rostkehlchen 2 years ago 2