Hohenlychen; Das Geister Sanatorium

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Uploaded by on Sep 18, 2011

Die Heilanstalten Hohenlychen war ein Komplex von Heilanstalten in Lychen/Brandenburg, der von 1902 bis 1945 bestand. Durch die Entdeckung des Tuberkulosebazillus und der von Ärzten entwickelten Behandlung zur Bekämpfung der Infektion, welche viel Sonnenlicht, saubere Luft, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung voraussetzte, erwarb Prof. Dr. Gotthold Pannwitz im Jahre 1902 über zehn Morgen Land von der Stadt Lychen und ließ dort eine Kinderheilstätte bauen. Diese Heilanstalten wurden zum größten Teil aus Spenden finanziert und vom Deutschen Roten Kreuz unterhalten. Vorläufig wurden 20--30 Betten versuchsweise für drei Monate im Sommer verwendet. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Betten auf 500 im Sommer und 300 Betten im Winterbetrieb, ebenfalls wurde ein Sanatorium für Frauen eröffnet.

1904 wurde die Helenen-Kapelle durch die Stiftung von Prof. Dr. Venn erbaut.

Im Laufe der Jahre wurden die Heilanstalten ständig erweitert, 1914 waren alle Bautätigkeiten weitgehend abgeschlossen. 1911 besuchte die deutsche Kaiserin Auguste Victoria die Heilanstalten. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Heilanstalten als Lazarett genutzt. 1927 tagte der Hygienekommission des Völkerbundes in Hohenlychen.

Ab 1935 übernahm Karl Gebhardt die Leitung der Heilanstalten. Da die Zahl der Turberkuloseerkrankungen sank, verlagerte sich der Schwerpunkt der Heilanstalten von den bisherigen Lungenheilstätten zu drei weiteren Abteilungen und wurde umprofiliert. Bei der Übernahme im Jahre 1933 waren 133 Betten belegt. Ein Umbau mit Änderung des Profils war somit erforderlich. Der Schwerpunkt lag nun auf Sport- und Arbeitsschäden sowie der Wiederherstellungschirurgie, chirurgische und interne Abteilungen für spezielle Behandlungen für Erwachsene mit Gelenkerkrankungen und Lungenkrankheiten entstanden.

Im Zentrum stand die Arbeit für Sport- und Arbeitsschäden, damit wurden die Heilanstalten später zum Reichssportsanatorium. Durch die Finanzierung durch die Deutsche Sporthilfe konnten Investitionen zum Ausbau und zur Modernisierung der Anlage verwendet werden.

Den Höhepunkt erlebten die Heilanstalten ab 1935. Die klinische Abteilung für Sport- und Arbeitsschäden erfreute sich starken Zuspruchs. Der ehemalige Nationaltrainer Otto Nerz sprach von einer theoretischen „Hohenlychen Nationalmannschaft", die in der Lage wäre, gegen nahezu allen hochwertigen Fußballteams zu bestehen, da viele Nationalspieler und Spitzensportler sich in Lychen behandeln und auskurieren ließen.

Nicht nur behandelten Patienten, sondern auch für Funktionäre der NSDAP galt Hohenlychen als „Modeaufenthaltsort" zur Erholung. Dauergast waren hier Heinrich Himmler und Rudolf Heß. Die Besucherbücher weisen kaum eine Nazigröße auf, die nicht einmal die Heilanstalten besuchte. Unter den Besuchern waren neben Hitler selbst, der Reichsleiter, Reichssportführer, Staatssekretäre, Stabsärzte des Heeres und auch andere internationale Delegationen aus Italien, England, Frankreich, Portugal, Chile, Peru, Argentinien vertreten. Aus Japan verbrachte der Bürgermeister aus Tokio seinen Urlaub in Hohenlychen genauso wie das griechische Kronprinzenpaar. Neben dem Auskurieren und Erholen von Patienten und Funktionären wurden jetzt ebenfalls Vorträge vor allem für ärztliche Eliten abgehalten. Die Heilanstalten zählten nun über 500 Betten.

Während des gesamten Krieges ging es in den Heilanstalten nahezu friedlich zu. Da die Heilanstalten mit roten Kreuzen auf dem Dach versehen waren, kam es zu keinen Bombenangriffen. Reichsführer Himmler und Karl Gebhardt, die erkannten, dass es dem Ende zuging, wollten Punkte für die Zeit nach dem Krieg bei den Alliierten sammeln. Es wurde ein Treffen mit dem Chef des schwedischen Roten Kreuzes arrangiert, der als Mittelsmann zu den westlichen Alliierten fungieren sollte, um ein eventuelles Kapitulationsangebot zu unterbreiten. Drei Treffen fanden zwischen beiden Parteien statt, das letzte am 20. April 1945, allerdings ohne nennenswerten Ausgang. Das Lazarett wurde zu diesem Zeitpunkt vollkommen evakuiert. Am 27. April starben bei einem Luftangriff 32 Soldaten, zwei Tage später wurden die weitestgehend intakten Heilanstalten kampflos den sowjetischen Verbänden übergeben. Die Rote Armee, unter dem Kommandanten Nasarow, plünderte und zerstörte sämtliche Einrichtungen. Operations- und Röntgeneinrichtungen wurden teils zerstört oder abtransportiert.

Heute liegen die Heilanstalten als baufällige Anlagen in Hohenlychen. Einige ehemalige Ärztevillen wurden saniert und dienen als Wohnung. Der Großteil der Anlagen steht aber weitestgehend leer.

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  • schade hätte mir mehr bilder von drinnen gewünscht um zu sehen ob sich ne reise lohnt

  • @eviltunes , in die meisten Häuser kommst Du nicht rein, selbst das Gelände ist gut eingezäunt. Ich hatte großes Glück da überhaupt Bilder machen zu können.

  • Ein interessantes und sehr hübsch anzusehendes Video.

    Ich finde es fantastisch den Charme des Verfalls zu sehen ohne das Grafittibeschmutze Wände diesen verunstalten.

    Sehr atmosphäreisch !! <3

  • @TeaTimeTwins , ja da hast Du recht ! ... dort gibt es kein Graffiti Vandalismus. Freut mich das es Dir gefällt.

  • Wow, das nenn ich mal n gutes Video!

  • @AnnaramaTV , hey das freut mich aber zu lesen ; ) Danke schön !

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All Comments (48)

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  • In diesem Sanatorium haben sich auch schon Himmler und Göring aufgehalten....

  • Ja, total das Geisterhaus... woohooo! Und übrigens kommt man rein, wenn man etwas kommunikativ ist! war 2008 und 2011 da...

  • Weiß nicht ob ich spinne aber hat sich mal jemand ab 3.00 die fenster genau angesehen?? Als ob da jemand an den Fenstern ist!!!

  • biste da alleine hingegangen?

  • @AlessaRaaRw Geht mir ebenso. Nur schade das es bei mir im Umkreis von 100km keine gibt :(

  • Booaarr ich liebe irgendwie so richtig alte häuser die ziehen mich voll an irgendwiee....

  • Beautiful buildings, sad to see that they aren't taken as well care of as they should be.

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