Reiß(en) Schocken
Schnellkraft, Beschleunigungskraft, Explosivkraft usw., das sind Begriffe, die unter Athleten und Trainern der Leichtathletik- bzw. Werferszene tagtäglich verwendet werden. Nur was entwickelt die (Schnell-)Kraft wirklich so, dass der Schnellkraft-Athlet einen Nutzen davon hat, das heißt, dass ein Transfer zur Wettkampfübung möglich ist?
Gute Sprinter, Springer und Werfer(also Schellkraftsportler) schwitzen ganzjährig mindestens 2x in der Woche im Kraftraum oder Keller(idealer Zeitabstand bevor eine Kraftübung erneut trainiert wird = ca. 72Stunden). Oft wird dabei analog des Trainings der „stärksten Menschen der Welt, also Kraftdreikämpfer(innen) und Strongmans(ja, auch die trainieren Schnellkraft) einmal je Übung ein Maximalkraft- und einmal ein Schnellkrafttag eingelegt.
Wenn ich nun die Übung Reißen als Maximalkraftübung trainiere, so könnte es in etwa so Aussehen, dass der erwachsene Spitzenwerfer, der sagen wir mal, eine Bestleistung von 120kg hat, nach dem speziellen Aufwärmen/Herantasten eine Serie 5x100kg, dann eine Serie 3x107,5kg und dann drei-vier Serien 2x112,5kg(eventl zurück auf 110-107,5kg), hebt. Wenn der gleiche Athlet nun seinen Schnellkrafttag hat, könnte es so aussehen: 5-6 Serien mit 5x 60-75kg, bei einer extrem schnellen Bewegungsausführung. Die Betonung liegt auf extrem schnell! Aber gilt das auch für den abfangenden Teil der Reißbewegung?
Gute Wurfleistungen resultieren nun mal aus einer hohen Abfluggeschwindigkeit, also auch aus der Fähigkeit des Athleten „hinten noch mal Dampf zu machen. Warum also beim Schnellkrafttraining das Gerät nicht „abfliegen lassen, statt abzufangen? Unser Simon, 2009 süddeutscher Schülermeister Hammer und zweitbester deutscher M15-Hammerwerfer (BL 68,41m), der bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften im RKS auch einen überragenden deutschen Gewichtwurfrekord (34,33m) aufstellte, zeigt uns eine von vielen Möglichkeiten, um Schnellkraft nach obiger Überlegung trainieren zu können. Simon nimmt eine übliche Kugelhantel, wie sie in jeder ambitionierten Wurf-Trainingsgruppe zu finden ist und begibt sich(natürlich im Freien)in eine Position wie beim normalen Reißen. Nach einmaligen Anreißen(Auftakt), versucht Simon die Hantel mit der Betonung einer hohen Endschleunigung über seinen Kopf zu schocken/schleudern.
Übungsempfehlung: 12-15x/Pause mindestens 30sek.. Im Wurfzentrum Kulmbach/Stadtsteinach werden je nach Alter und Leistungsklasse Kugelhanteln von 30, 40, 50 und 60kg verwendet.
A thrower must throw weights
Wurfzentrum 2 years ago