Die Bewohner der Stadt Werl gehen eigentlich ziemlich gelassen mit Straftätern um. Sie sind es gewohnt, Freigänger der JVA auf der Straße zu treffen. Aber der mutmaßliche Angriff eines Sexualstraftäters in Duisburg auf ein 10jähriges Mädchen vor einigen Tagen regt die Werler richtig auf. Vor kurzem erst war der Mann aus der Sicherungsverwahrung der JVA Werl entlassen worden. Seit Mai diesen Jahres sind elf möglicherweise gefährliche, bisher sicherungsverwahrte Straftäter vom Oberlandesgericht Hamm auf freien Fuß gesetzt worden, der letzte vor einem Tag. Ein entlassener Sexualstraftäter ist in Werl geblieben. Er ist in ein Haus gezogen, das an zwei Grundschulen und einen Kindergarten grenzt. Der Schulweg der Kinder führt direkt an dem Gebäude vorbei. Es gehört -- jedenfalls zu einem großen Teil - einem Mann, der ehrenamtlich Straffällige betreut und ihnen, wie auch den ehemals sicherungsverwahrten Straftätern in der JVA, das Angebot macht, bei ihm eine Wohnung zu mieten. Der entlassene Sexualstraftäter wird rund um die Uhr bewacht von Polizisten, die eine Wohnung direkt neben ihm bezogen haben. Das ist anstrengend für die Beamten und teuer für die Steuerzahler. Besorgniserregend ist es für die Mitbesitzerin und Bewohnerin des Hauses, die drei kleine Kinder hat. Die lässt sie nicht mehr aus den Augen. Auch die Eltern der Grundschüler sind nach dem Duisburger Vorfall alarmiert und wollen auf keinen Fall zulassen, dass weitere ehemals sicherungsverwahrte Sexualstraftäter in das Haus ziehen. Das hält ebenfalls der Bürgermeister von Werl für "nicht verkraftbar". Aber auch die Straftäter sind verunsichert und haben Angst vor den Reaktionen der Werler Bevölkerung.
Eine Arbeitsgruppe von der Opferhilfe-direkt. aus dem Kreis Soest befasst sich einmal in der Woche mit dem Thema.
Vieles ist schon von denen erreicht worden. In einigen Monaten soll aber jetzt mit der Bewachung schluß sein.
Man ist aber vorbereitet.
SuperFletsch 11 months ago