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Ein Dresdner Selbstgespräch (1991)

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Uploaded by on Mar 1, 2008

Das Video zeigt eine Diskussion eines Nazis und einer Dresdner Renterin im Sommer 1991 über "Krieg, Gewalt" und natürlich die Frauenkirche und den 13. Februar 1945.

Der Nazi bewacht eine Mahnwache an der Stelle an der der damalige Nazikader Rainer Sonntag, in einer Auseinandersetzung mit Mitgliedern des "Rotlichtmilieus", erschossen wurde.

Rainer Sonntag aus Dresden, kam aus der DDR-Naziszene. 1987 wird er mit anderen festgenommen Körperverletzung und wegen Rowdytum verurteilt. Einige der damals Verurteilten werden in der folgenden Zeit in den Westen abgeschoben, darunter Rainer Sonntag, ursprünglich Spitzel der Kripo (Politisches Kommissariat Kl). Nach einem Intermezzo als Zuhälter in der Rotlichtszene von Frankfurt am Main, machte Sonntag im hessischen Langen schnell Karriere in der von Michael Kühnen gegründeten Nationalen Sammlung (NS), für die er bei den Kommunalwahlen 1988 als einer der Spitzenkandidaten (auf Listenplatz 3) kandidierte. Im Dezember 1989 kehrte Sonntag nach Dresden zurück, vorausgegangen waren Zerwürfnisse unter den hessischen Faschisten. Dort wird er zur zentralen Figur der Dresdner Naziszene. Er macht Dresden zu einer Stadt der Bewegung. Immer neue Gruppen entstehen. Die Gewalt steigt spürbar an.

In der Nacht zum 1. Juni 1991 wurde Rainer Sonntag von zwei Zuhältern auf offener Straße erschossen. Opfer und Täter scheinen sich gekannt zu haben. Vorausgegangen war Sonntags Drohung, er werde das Bordell, vor dem er den Tod fand, mit seinen Leuten "plattmachen". Der Betreiber des Bordells bezichtigt die Neofaschisten der Schutzgelderpressung: 50.000 DM wären von ihm verlangt worden. Die Beerdigung Sonntags wird zum bis dahin größten Naziaufmarsch der deutschen Nachkriegsgeschichte. Rund 2.000 Neonazis aus allen Teilen Deutschlands und aus allen Lagern des rechtsextremen Spektrums demonstrieren durch Dresden. Der tote Sonntag wird, was er zu Lebzeiten nicht werden konnte: zur Integrationsfigur des rechten Lagers. In Reden stilisieren ihn Christian Worch, Heinz Reisz und Ewalt Althans zum "Blutzeugen der Bewegung". In der Folge dieser Ereignisse wird es in Dresden wieder stiller.

Category:

News & Politics

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